Hagia Sophia wird Moschee

AFP /dpa

Von AFP & dpa

Sa, 11. Juli 2020

Kunst

Die Hagia Sophia in Istanbul soll künftig als Moschee genutzt werden. Das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei hob am Freitag den Museumsstatus des Kuppelbaus auf, der als Teil der Altstadt Istanbuls zum Weltkulturerbe gehört.

Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete nach dem Urteil die Öffnung zum islamischen Gebet an. Scharfe Kritik kam aus Griechenland und Russland. Beide Länder beobachten genau, wie die Türkei mit ihrem byzantinischen Erbe umgeht. Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert als Basilika errichtet, nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 wurde sie zur Moschee, nach der türkischen Republikgründung dann 1935 zum Museum. Zuvor hatte die Unesco vor der eigenmächtigen Umwandlung des historischen Gebäudes gewarnt. Ein Staat dürfe "keine Veränderung an dem herausragenden universellen Wert" eines Welterbe-Monuments vornehmen.