Lahrer Filmemacher

Der Filmclub zeigt seinen ersten Streifen im Kino

Babette Staiger

Von Babette Staiger

Do, 07. März 2019 um 06:35 Uhr

Lahr

Mit großen Aufwand hat der Filmclub seinen ersten eigenen Spielfilm im Kasten. Die Premiere im Forum am 8. April ist ausverkauft.

Bei den Aktiven des Filmclubs Lahr steigt die Spannung spürbar. Drei Jahre lang hat die Crew um Regisseur, Ideenfinder und Geschichtenerzähler Enrico Kurz an der ersten Eigenproduktion in Spielfilmlänge gearbeitet. "Wie du erkennen kannst, dass ich im Himmel bin," ist der Titel des Streifens – und der ganze Stolz des Clubs. Die Premiere am 8. April im Forum Lahr ist ausverkauft. Möglicherweise läuft er noch in einem zweiten Kinosaal.

Im Film geht es um eine Mutter, die mit der unheilbaren Krebserkrankung ihrer 13-jährigen Tochter fertig werden muss. Doch nicht nur das wird zur Herausforderung: Die Begegnung mit einem Bankräuber reißt sie aus der inneren Schockstarre und zwingt sie, einen neuen Zugang zum Leben zu finden. Wie genau und ob es dabei eine Art Happy End geben wird, soll hier noch nicht verraten werden.

Der Film hatte eine komplizierte Entstehungsgeschichte

Das Gespräch mit den Macherinnen und Machern des Spielfilms macht einen Monat vor der Premiere deutlich, wie kompliziert die Entstehungsgeschichte und wie arbeitsaufwändig die Herstellung des nunmehr fertigen Streifens war.

"Wir haben jetzt ein echtes Luxusproblem", gesteht Peter Wirth. Er firmiert auf dem jüngst in Druck gegangenen Plakat als Produzent. Die Plätze sind bereits im Vorverkauf ausgebucht. Verständlich, dass der Andrang so groß ist: Die zahlreichen Freunde des Klubs, Familienmitglieder, aber auch viele Lahrer, wollen wissen, was aus den Dreharbeiten wurde, die im Stadtpark begonnen hatten.

Für die Macherinnen und Macher, die den Film als Gemeinschaftsprojekt ankündigen, war der Weg bis zur Kinopremiere mit viel Arbeit verbunden. "Die eigentliche Drehzeit lag bei nur einer Woche", erklärt Enrico Kurz, Regisseur und Ideengeber für den Film. Dahinter standen für das gesamte Team vielfältige organisatorische Aufgaben, vom Crowdfunding, also der Suche nach Sponsoren, über die Suche nach professionellen Schauspielern, Catering am Drehort, Organisation von Übernachtungen für die Schauspieler – und dem Jonglieren mit dem Unvorhersehbaren. Der harte Kern des Projekts bestand aus etwa acht Klubmitgliedern.



Um die Organisation kümmerte sich vor allem Peter Wirth und erklärt, was das heißt : "Wegen des Terminkalenders der Schauspieler, aber auch aus anderen Gründen, wird meist nicht chronologisch gedreht. Konkret bedeute das: "Schauspieler müssen Tränen fließen lassen, bevor die Szene abgedreht ist, die dazu Anlass gäbe. Die Schlussszene ist früher im Kasten, als der legendäre Banküberfall, selbst Mikroszenen eines einzigen erzählerischen Abschnitts sind nicht chronologisch." Kein Wunder, dass Wirth und Kurz längst ein eigenes Terminprogramm auf ihren Rechnern eingerichtet und synchronisiert haben, damit nichts daneben geht. "Das Budget wegen eines Organisationsfehlers zu überziehen, können sich nur große Hollywood-Produktionen, nicht aber unser Team leisten", sagt Peter Wirth.

Aufwändige Dreharbeiten in Ettenheim

"Die aufwändigsten Dreharbeiten waren die für den Banküberfall in Ettenheim", sagt Kurz. Es war an diesem Sommertag im Jahr 2017 sehr heiß. Schon allein deshalb mussten die Aufnahmen mit dem wartenden Fluchtauto beschattet werden. Beschattet werden mussten sie aber auch, damit sich die Umgebung nicht in der Windschutzscheibe spiegelt. Das Gesicht des Schauspielers Hans Morgeneyer brauchte aber dennoch eine volle Ausleuchtung. Eine Sisyphus-Aufgabe, bei der das gesamte Team lange in der Hitze ausharren und dennoch konzentriert bleiben musste. An solchen Drehtagen wuchs die Crew auf 20 Leute an.
Weitere Infos auf https://www.filmclublahr.de