Später sterben

Lebenserwartung ab 2030 könnte über 90 Jahre gehen

dpa

Von dpa

Mi, 22. Februar 2017

Panorama

Gute Chancen auf ein langes Leben

LONDON (dpa). Daran haben einige Experten lange gezweifelt: Manche Länder könnten bis 2030 eine Lebenserwartung von 90 Jahren erreichen. Auch die Deutschen werden älter – und die Kluft zwischen Männern und Frauen schrumpft.

Die Lebenserwartung von Kindern in Industrienationen, die im Jahr 2030 zur Welt kommen, könnte einer Studie zufolge auf über 90 Jahre steigen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Vasilis Kontis vom Imperial College London nach der Analyse von Daten aus 35 Ländern, darunter Deutschland. Die Studie in der Fachzeitschrift The Lancet zeigt auch, dass die Kluft zwischen Männern und Frauen in der Lebenserwartung voraussichtlich schrumpfen wird.

Die Forscher errechneten mithilfe eines statistischen Modells und anhand der Geburts- und Sterbedaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Lebenserwartung in den 35 Industriestaaten für den Geburtsjahrgang 2030. Das Ergebnis: Für Männer wird die Lebenserwartung in allen Ländern mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 85 Prozent ansteigen, für Frauen mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent.

Doch die Studie benennt regionale Unterschiede: Eine Lebenserwartung von über 90 Jahren werden Frauen demnach in Südkorea 2030 mit einer Wahrscheinlichkeit von 57 Prozent erreichen. Das halten die Autoren für erstaunlich, da Experten um die Jahrhundertwende angenommen hatten, das Erreichen der 90-Jahre-Grenze sei schlicht unmöglich.

Auch in Deutschland werden die Menschen weiterhin älter. Aktuell liegt die Lebenserwartung von Männern hierzulande bei rund 78 Jahren. Bis 2030 wird sie auf fast 82 steigen. Deutsche Frauen werden im Jahr 2030 eine Lebenserwartung von knapp 86 Jahren haben – ein Anstieg um drei Jahre.

Die Daten zeigen, dass der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern kleiner wird. Dass Frauen derzeit in den untersuchten Ländern älter werden als Männer, liegt daran, dass Männer dort öfter tödliche Verletzungen erleiden und häufiger Verhaltensweisen wie etwa Rauchen zeigen, die ihr Risiko für Krankheiten wie Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.