5-G-Proteste

Freiburg braucht keine pauschale Ablehnung

Sebastian Müller

Von Sebastian Müller (Freiburg)

Mo, 04. November 2019

Leserbriefe Freiburg

Zum Artikel "Unterschriften gegen Mobilfunk", BZ vom 20. Oktober.

Die Freiburger 5 -G-Gegner verbreiten grundlos Angst: Für ihre Behauptungen "Handystrahlung" – ohne Framing würde man von Radiowellen innerhalb der Grenzwerte sprechen – könnten alle möglichen Krankheiten und insbesondere Krebs verursachen, gibt es keine wissenschaftliche Grundlage.

Die von ihnen angeführten Studien sind entweder methodisch fragwürdig oder sie wurden von den Wissenschaftlern zurückgezogen, ihre Ergebnisse waren nicht reproduzierbar oder sie wurden inzwischen widerlegt. Dies im Detail auszuführen würde den Umfang eines Leserbriefs sprengen.

Mit ihrem Aktionismus lenken sie von wirklichen Umweltgefahren, wie Luftverschmutzung und CO2-Ausstoß ab. Ihre Forderungen laufen eben nicht auf einen konstruktiven Umgang mit Digitalisierung hinaus, sondern auf eine pauschale Ablehnung.

(Junge) Menschen die mit Smartphone ihren Alltag gestalten, werden von ihnen pauschal als handysüchtig diffamiert. Sie lehnen eine Nutzung digitaler Medien in Unterricht und Schule grundsätzlich ab. Wie sollen Kinder (und auch Erwachsene) dann lernen, damit verantwortungsvoll umzugehen?

Längst sind Tablet und Smartphone nicht mehr nur Spielzeug, sondern in vielen Berufen tägliches Arbeitsmittel. So nutzt die Rettungsleitstelle Freiburg die Mobiltelefone der Anrufer, um den genauen Standort zu ermitteln und Rettungsdienstmitarbeiter Tablets zur Kommunikation mit fremdsprachigen Patienten. Freiburg braucht keine pauschale Ablehnung, sondern einen Dialog über Chancen und Risiken.

Sebastian Müller, Freiburg