Leserbriefe

Christoph Gramm

Von Christoph Gramm (Staufen)

Sa, 05. Oktober 2019

Staufen

BEZAHLBARER WOHNRAUM

Vom Bauvorhaben doppelt enttäuscht
Zu Bericht und Kommentar über die Pläne zum Bau bezahlbaren Wohnraums in Staufen (BZ vom 27. September) schreibt ein Leser:

H.-P. Müller macht es sich leicht: Einfach das Lied des Rathauses singen und nur die Ansicht des einen Bürgers, der sich in der Sitzung geäußert hat, zur Sprache bringen. Die Einwender aus der Wettelbrunner-Stichstraße und der Wettelbrunner Straße 27 teilen keinesfalls seine Ansicht, hier würden die Slums von übermorgen entstehen. Was ist verwerflich, wenn sich Anwohner im Rahmen ihres Anhörungsrechtes zu Wort melden und dies mit Unterstützung eines Anwaltes tun. Die Anwohner sind in doppelter Hinsicht von dem Bauvorhaben enttäuscht. Zum einen ist es ein herber Schlag, wenn anstatt der zu erwartenden zwei Punkthäuser mit maximal zwei Geschossen ein massiver Gebäudekomplex auf einem nahezu verdreifachten Baufenster mit vier Vollgeschossen geplant ist. Zum anderen: War in der Begründung zum Bebauungsplan und in den Abwägungen der Einwendungen noch von Erstellung eines Gebäudes im sozialen Wohnungsbau die Rede, wurde im Verlauf von günstigem Mietwohnungsbau gesprochen, damit auch sozial schwachen Haushalten ein Mietangebot gemacht werden kann. Anhand der konkreten Baupläne ist die Frage erlaubt, an welchen Personenkreis die Familienheim BG tatsächlich denkt. So wird zum Beispiel für eine 4-Zimmerwohnung mit 143 Quadratmetern und einer Kaltmiete von acht Euro pro Quadratmeter die Monatsmiete 1144 Euro betragen. Mit Nebenkosten und Tiefgaragenmiete dürfte sich eine Gesamtmiete von etwa 1500 Euro ergeben. Auch die übrigen Wohnungen sind sehr großzügig bemessen. Keiner will die Stadt Staufen daran hindern, etwas Gutes zu tun. Aber Zweifel, ob dieses Bauvorhaben tatsächlich "sozial schwachen" Haushalten zugute kommt, müssen erlaubt sein. Christoph Gramm, Staufen