Das Grass-Gedicht - ein garstig Lied

Martin Halter

Von Martin Halter

Fr, 13. April 2012

Literatur

Zum Grass-Gedicht: Lyrik ist mehr als subjektive Empfindung.

Gedichte, behauptet der Literaturwissenschaftler Heinz Schlaffer in "Geistersprache", sind leicht zu erkennen, aber schwer zu begreifen. Manchmal ist es aber auch gerade umgekehrt. Was Günter Grass mit "Was gesagt werden muss" sagen will, ist sonnenklar; was daran lyrisch sein soll, nur schwer zu erkennen. So wurde sein Werk mal als dumm, peinlich oder ekelhaft antisemitisch, mal als mutige Wortmeldung begriffen, aber kaum je als Gedicht. Literarisch, da sind sich alle Literaturkritiker einig, ist Grass’ lyrischer Präventivschlag "grottenschlecht" (Jörg Magenau), eine Mogelpackung und Anmaßung. Das selbsternannte Weltgewissen hat ...

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