BZ-Interview

Freiburger Sprachwissenschaftlerin über die Jugendsprache

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Do, 31. März 2011

Literatur

„Is ja hamma, Alder!“: Heute beginnt an der Freiburger Universität die „Sechste internationale Konferenz zu Jugendsprachen“ – mit Schwerpunkten bei der am Gastarbeiterdeutsch orientierten Kommunikation von Jugendlichen und dem Stil schriftlicher

Äußerungen in Internet-Netzwerken. Mit Helga Kotthoff, der Organisatorin der Tagung, sprach Bettina Schulte.

BZ: Frau Kotthoff, was ist eigentlich an Jugendsprache so spannend?
Helga Kotthoff: Die Jugend versucht, sich sprachlich abzugrenzen. Zunächst natürlich von den Erwachsenen: von der Schule, der Norm. Sie versucht, eigene Sprechstile zu finden. Diese Stile sind relativ kurzlebig.

BZ: Wenn Jugendsprache ein schnelllebiges Phänomen ist: Hat es dann Sinn, sie lexikalisch zu erfassen? Bei Jugendlichen ernten diese Wörterbücher meist Spott und Hohn.
Kotthoff: Das hat schon Sinn. Zum Beispiel wollen ausländische Deutschlehrer wissen: Wie redet die deutsche Jugend? Aber andererseits muss man diese Lexika mit Vorsicht genießen, weil sie nicht erfassen, wie wirklich geredet wird.
BZ: Nach meiner Erfahrung mit zwei heranwachsenden Söhnen klingen viele Begriffe so, als hätten sich Studienräte ausgedacht, wie Jugendliche reden könnten.
Kotthoff: Dem muss ich nichts hinzufügen.

BZ: Gibt’s überhaupt die Jugendsprache?
Kotthoff: Der Plural im Tagungstitel ist bewusst gewählt. Wir haben nicht eine Jugendsprache, sondern ganz unterschiedliche Sprachen: die verschiedenen Bemühungen von Jugendlichen, einen eigenen Stil zu kreieren. Das sieht bei jungen ...

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