Lichtspuren in der Finsternis

Andreas Kohm

Von Andreas Kohm

Sa, 20. Oktober 2012

Literatur

Schriftsteller und Fotograf: Péter Nádas ist eine Doppelbegabung – eine Würdigung aus gegebenem Anlass.

Nimmt man im Hinblick auf den Schriftsteller Péter Nádas die aktuell zahlreichen Ereignisse wie Neuerscheinungen, Ausstellungen und Literaturpreise, zum Anlass, könnte von einem "Nádas-Jahr" gesprochen werden. Denn neben dem für seine Sprachmächtigkeit von der Kritik hochgepriesenen Romancier wird nun der unlängst 70 Jahre alt gewordene Ungar Nádas auch als Fotograf und essayistischer Denker vorgestellt. Aus zahlreichen Perspektiven wird ein in seinen inneren und äußeren Wechselwirkungen t vielschichtiges und opulentes Lebenswerk sichtbar, das ein typisch europäisches genannt werden kann.

Nádas wird am 14. Oktober 1942 als Sohn jüdischer Kommunisten in ein Europa im Krieg hineingeboren; ein Krieg, der in seiner "kalten Phase" auch die zweite Jahrhunderthälfte durchzieht. Bis heute scheint Nádas’ Leben der Aufgabe verpflichtet, die von daher rührenden Traumata und Krisen zu erforschen: "(...) Der Tod war meine Muttersprache geworden", notiert er nüchtern in seinem Essay "Heimkehr. Vom Schreiben am ,Buch der Erinnerung’", einer Ars poetica zu jenem Werk, das ihn 1986 (deutsch 1991) nach vielen Jahren zurückgezogenen Arbeitens einer literarischen Öffentlichkeit bekannt macht.

Da spricht ein Autor von Weltrang vom Rande Europas her, aus der Provinz und Alltäglichkeit, und verleiht der von ihm erzählten Welt eine ...

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