Wenn die Wahl zur Qual wird

Heidrun Simoneit

Von Heidrun Simoneit

Sa, 13. Juli 2019

Löffingen

Schulverbund unterzeichnet einen Kooperationsvertrag mit der Agentur für Arbeit.

LÖFFINGEN. Wenn das Ende der Schulzeit immer näher kommt, stellt sich für jeden Schüler und jede Schülerin unweigerlich die wichtige Frage: In welche Richtung wird sich beruflich orientiert?

Die Schule kann bei diesem Findungsprozess wertvolle Unterstützungsarbeit leisten. Um das noch effektiver zu gestalten, hat der Schulverbund Löffingen mit der Bundesagentur für Arbeit eine Kooperationsvereinbarung zur Berufsorientierung und -beratung unterzeichnet.

Dazu kamen neben Konrektorin Sibylle Streibel, Bürgermeister Tobias Link, Lehrer Tobias Köhler, Christian Ramm (Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg), auch Michael Elsässer und Denise Kohler (Berufsberater der Agentur für Arbeit und zuständig für den Schulverbund) sowie Rainer Beha (Schulrat des SSA Freiburg und Sprengelschulrat des Schulverbundes) an einen Tisch.

Welche Vorbildfunktionen haben die Berufe der Eltern heute noch für den Nachwuchs? Welche lokalen oder regionalen wirtschaftlichen Gegebenheiten beeinflussen die Berufswahl? Welche schulische, körperliche, soziale Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Wird der Sohn heute noch Metzger, weil der Papa das harte Handwerk jahrelang mit Engagement ausübte? Die Antwort ist ein klares Nein. Handwerk scheint nur noch einen goldenen Boden zu haben, wenn man der Besitzer des Unternehmens ist.

Besonders schwer tut sich aber auch die Gastronomie mit ihren unattraktiven Arbeitszeiten. "Gerade in unserer Region ist der Gastronomiebereich riesig", sagte Streibel. Händeringend wird nach frischen Kräften gesucht. Längst sind neue Berufsbilder entstanden, Inhalte verändern sich rasant. Da ist, laut Ramm, Eigeninitiative stark gefragt: "Die jungen Menschen sollen sich mit der Wahl wohlfühlen und Erfüllung in ihrem Beruf finden." Viel Potenzial würde brach liegen, weil die Umsetzung hin zum Ziel schwer sei. Ausbildungen werden immer breiter aufgefächert. Da fällt die Orientierung schwerer, Entscheidungen für ein passgenaues Angebot zu treffen", erklärte Link. Umorientierung und Frustration würden viel Potenzial rauben, aber: "Hier gibt es viele Möglichkeiten. Die Gesellschaft fragt nach Schulabgängern."

Unternehmen würden sich inzwischen in den schönsten Farben anpreisen, da sei ein neutrales Organ umso wichtiger. Ausbildungverzichter kann sich die Gesellschaft heute nicht mehr leisten, betonte Ramm. Streibel hat im Schulverbund mit großem Engagement die Voraussetzungen für die richtige Unterstützung in Löffingen geschaffen, lobte Beha: "Sie hat das mit viel Herz gemacht und bringt den Schülern nahe, was wichtig ist." Die Zusammenarbeit von Schule und Arbeitsagentur ist jetzt schriftlich festgelegt. Der Kooperationsvertrag richtet sich an die achte Klasse, um den Einstieg in Firmen zu erleichtern und die Region zu stärken.

Das Team am Schulverbund besteht aus Tobias Köhler, Simon Hättich, Guido Hensler und Sibylle Streibel. Sie beobachten die Entwicklung bei den Schülern, bereiten auf den Einstieg vor. Einzelgespräche können dabei ebenso wie Gespräche mit Schülern und Erziehungsberechtigten stattfinden. Angestrebt werden für die Zukunft feste Termine, aber ein dauerhaft nutzbarer Raum.