Jobmarkt spezial: Logistik

Logistikkaufleute organisieren unseren Alltag

Amelie Breitenhuber

Von Amelie Breitenhuber (dpa)

Sa, 15. Februar 2020 um 00:00 Uhr

APA

De r Apfel im Supermarkt, das Motorrad, das um die halbe Welt geschickt wird: Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sorgen dafür, dass Waren dort hinkommen, wo sie gebraucht werden.

Für Luca Guerel ist das Arbeitsalltag. Er macht bei der ITG Internationale Spedition und Logistik in der Nähe vom Münchner Flughafen eine Ausbildung. Den Weg zum Logistikkaufmann hat er eingeschlagen, weil ihm damit später viele Türen offen stehen. "Online-Bestellungen zum Beispiel, das nimmt immer zu. Am Ende hat jeder damit zu tun, wie Waren transportiert werden und welche Transportmittel benutzt werden."

Ganz einfach erklären lässt sich sein Beruf nicht. "Wir haben die Spedition und die Kontraktlogistik, die haben viele Überschneidungen", erzählt der Azubi. In der Spedition gehe es aber im Wesentlichen um die Durchführung und Disposition der Transporte. "Da sind wir Dienstleister, und der Kunde ist ganz klar König."

Das sieht etwa so aus: Der Kunde schickt einen Auftrag und möchte ein Gut von A nach B transportieren lassen. "Wir beraten den Kunden dann bei dem Auftrag." Zum Beispiel, wie die Ware richtig verpackt und verzollt und auf welchem Weg sie am besten versendet wird.

"Bei der Kontraktlogistik geht es um alles rund ums Lagern", erklärt Guerel sein zweites Ausbildungsgebiet. Und macht die Aufgaben an einem Beispiel deutlich: Bestellt ein Konsument etwa zwei Hosen bei einem Sportartikelhersteller, kann der den Auftrag direkt an den Logistikdienstleister weitergeben. "Der prüft die Artikelnummer, die Größe und den Bestand, sucht die Ware zusammen und verpackt sie ordnungsgemäß." Er klärt auch, wie es etwa mit Zöllen aussieht.

Flexibilität ist angesagt

Gerade nach seiner Erfahrung als Bürokaufmann weiß Guerel es zu schätzen, dass in der Spedition viel Unvorhersehbares passieren kann. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte seiner Ansicht nach flexibel sein und schnell reagieren können. "Man muss auf jeden Fall einen kühlen Kopf bewahren können, das ist ganz, ganz wichtig."

Ebenfalls wichtig sind Offenheit und die Fähigkeit, auf andere zugehen zu können. "Man trifft zum Beispiel im Kontakt mit den Kraftfahrern ganz unterschiedliche Menschen und Kulturen", sagt Mona Springer, die ihre Ausbildung bei Meyer Logistik in Friedrichsdorf bei Frankfurt macht. Am meisten Spaß macht es der Auszubildenden, mitten im Geschehen zu sein.

"Hilfreich sind in der Ausbildung auch Fremdsprachenkenntnisse und Standortungebundenheit", erklärt Frank Huster, Geschäftsführer beim Bundesverband Spedition und Logistik. ITG etwa hat internationale Kunden zum Beispiel in China oder Indien. "Wenn die anrufen, sollte man sie verstehen und sich selbst verständigen können", sagt Guerel.

Rechtlich sind keine Voraussetzungen für die Ausbildung zum Kaufmann für Logistik und Speditionsdienstleistung vorgeschrieben. Über die Hälfte der Auszubildenden (58 Prozent) hat jedoch Abitur, wie die jüngste Statistik zeigt, erklärt Anke Kock vom Bundesinstitut für Berufsbildung. "Das liegt auch daran, dass es ein durchaus anspruchsvoller Ausbildungsberuf ist."

Die Zukunftsaussichten sind nach Einschätzung der Branchenexperten positiv, und Nachwuchs ist gesucht. "Junge Menschen haben exzellente Karrierechancen auf allen Ebenen", erklärt Frauke Heistermann, Vorstandsmitglied in der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Sie ist Sprecherin der Initiative "Die Wirtschaftsmacher", mit der die Logistikbranche um Nachwuchs wirbt.

Armin Brähler, Ausbilder bei Meyer Logistik, ergänzt: "Gegessen und getrunken wird immer." Das bedeutet, dass Logistikunternehmen wie Meyer dafür sorgen müssen, dass Lebensmittel von A nach B kommen.