Motorsport

Man kommt nicht schneller ans Ziel

Herwig Wulf

Von Herwig Wulf (Kirchzarten)

Di, 28. Juli 2020

Leserbriefe

Zu: "Das gesamte Autoprojekt muss überarbeitet werden", Agenturbeitrag (Sport, 21. Juli)
Endlich mal wird das Kind beim Namen genannt. Die Berichte über die Formel 1 zeigen, dass hier nicht Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton kämpft, sondern Ferrari gegen Mercedes. Die Autopiloten sind keine Sportler, sondern Mechaniker. Sie arbeiten wie viele Beschäftigte in der Autoindustrie. Die gemeinhin üblichen Formel-1-Nachrichten wie "Unaufhaltsam zum Sieg" (BZ, 20. Juli) spornen einige junge Leute an, ebenfalls um die Wette zu fahren, leider auf öffentlichen Straßen. Das Rasen fordert immer wieder Tote. Es ist richtig, dass ein geringeres Tempo Unfälle seltener macht und die Schäden verringert. Langsameres Fahren hat aber einen weiteren Vorzug: Es werden weniger Abgase in die Umwelt geblasen.

Schwer verständlich, warum es in Deutschland auf den Autobahnen keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Stundenkilometer gibt. Auf den Strecken, wo schnelleres Fahren erlaubt ist, kommen die Menschen nicht schneller ans Ziel, nur schneller in den nächsten Stau. Wenn sie danach wieder ihr Tempo steigern, wird entsprechend mehr Sprit verbraucht mit entsprechender Umweltverschmutzung. Warum lädt Deutschland Leute von jenseits der Grenzen zum Rasen ein? Herwig Wulf, Kirchzarten