Dorfläden

MARKTPLATZ 11: Tante Emma kommt wieder

Michael Sträter

Von Michael Sträter

Mi, 11. Mai 2022

Marktplatz 11

Für fünf Pfennig Veilchenpastillen, für fünf Pfennig Gummibärchen – und einen Schlotzer bitte: Mit zwei Groschen machte uns die Großmutter glücklich und wir den Inhaber des Tante-Emma-Ladens für den Moment unglücklich. Es dauerte, bis wir Knirpse aus dem Angebot im Süßigkeitenregal unsere Wahl getroffen hatten. Ob er sich freute, wenn wir Samstagabends klingelten und noch um irgendetwas baten, das die Mutter vergessen hatte? Eine Süßigkeit drückte er uns dann aber doch immer in die Hand. Beim Essen lauschten wir der Mutter, die Neuigkeiten im Laden aufgeschnappt hatte. Der dann verschwand. In der Innenstadt gab es ja nun einen Discounter. Da war der Einkauf billiger, die Auswahl größer und Parkplätze gab es auch– nur ein Bonbon nicht mehr. Und so persönlich wie im Tante-Emma-Laden ging es auch nicht zu. Vielleicht tragen solche Erfahrungen ein wenig dazu bei, dass die Idee der Dorfläden in Folge der Tante-Emma-Läden in vielen Kommunen diskutiert wird. In Kiechlinsbergen gibt es für ein solches Projekt bereits rund 100 Mitgliedsanträge, in Heimbach haben sich Einwohnerinnen und Einwohner dieses Themas angenommen. Auch, weil so die Grundversorgung vor Ort gerade für ältere Mitbürger verbessert werden kann. Ich drücke die Daumen, dass es bald ganz viele Dorfläden geben wird, in denen sich auch die Kinder für wenige Cent Veilchenpastillen, Gummibärchen oder Schlotzer kaufen können.