"Meilenstein" im Wärmenetz

Manuel Hunn

Von Manuel Hunn

Do, 29. Oktober 2020

Schönau

Ausbau Nahwärmenetz in Schönau schreitet voran / Gymnasium und Schwimmbad angeschlossen.

. In Schönau hat der Ausbau des klimafreundlichen Wärmenetzes ein wichtiges Etappenziel erreicht. Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten wurde die Netzerweiterung durch die Leitungsverbindung zwischen Gymnasium und Schwimmbad in Betrieb genommen. Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) stellten nun das Ergebnis der über ein Jahr andauernden Arbeiten vor.

Es sei ein wichtiger Schritt für mehr Klimaschutz und die Infrastruktur in Schönau, erläuterte EWS-Geschäftsführer Daniel Weiß in der Aula des Gymnasiums. Das Ziel sei "möglichst die ganzen fossilen Energieträger aus dem System herauszubringen". Mit den nun fertiggestellten Arbeiten habe man hierfür in Schönau einen Meilenstein erreicht. Im Wärmenetz verwendet man eine Wärmeeinspeisung durch die Firma Frank Bürsten, die ohnehin anfallende Sägespäne klimaneutral in Wärme umsetzt und bereitstellt.

Die Stadt betrieb ein eigenes Wärmenetz mit einem Holzhackschnitzelkessel im Gymnasium, um Rathaus, Gymnasium und zwei weitere Gebäude zu versorgen. Dieses wurde von der EWS übernommen und nun konnte man beide Wärmenetze verbinden. Dadurch ist jetzt die Erschließung der Kernstadt möglich. Durch die Erweiterung werde zudem die Anbindung der derzeit neu entstehenden Heizzentrale beim Freibad möglich, erklärte Weiß.

In der kommenden Heizperiode könne man bereits rund 25 Gebäude mit einem Jahreswärmebedarf von umgerechnet etwa 100 000 Liter Heizöl über das Nahwärmenetz versorgen und dadurch 350 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Emissionen pro Jahr einsparen. Der Zuspruch der Bürger zum Wärmenetz übertreffe die Erwartungen: Schon mehr als 80 Hausanschlussverträge konnten abgeschlossen werden.

Von der Kooperation der Elektrizitätswerke mit der Stadt "profitieren alle", sagte der EWS-Geschäftsführer. Seit einigen Jahren werde gleichzeitig mit den Wärmeleitungen flächendeckend Glasfaserkabel im Untergrund verlegt – was einen modernen Internetanschluss ermöglicht. Wenn man den Hausbesitzern zusätzlich zur Wärme einen Glasfaseranschluss anbieten könne, "dann ist das einfach ein Türöffner".

Wie Weiß dankte auch Bürgermeister Peter Schelshorn den Schönauer Einwohnern für ihr Verständnis und ihre Geduld während der Bauarbeiten. Das Ziel sei gewesen, keine Straße komplett zu sperren. Da der Durchgang aber "ab und zu eingeschränkt" war, hätten sich in der letzten Zeit die Beschwerden gehäuft. Dies bestätigte auch Werner Ganter vom für die Planung zuständigen Ingenieurbüro: "Für die Bürger in Schönau war es stellenweise schon hart." Gerade bei Gegenverkehr sei es zu Schwierigkeiten bei der Straßendurchfahrt gekommen. Nach Problemen mit der Baufirma im Frühjahr, habe diese dann "einen Wahnsinns-Endspurt hingelegt". In den nächsten vier Wochen würden alle offenen Straßen asphaltiert. Die weitere Planung sei, dass man nächstes Jahr vom Stadtzentrum ausgehend in "drei, vier Straßenzügen" den Nahwärmeausbau vorantreibt. Werner Ganter hofft, dass die Bürger weiterhin für dieses "hochinteressante Projekt" Geduld mitbringen.