Freundlichkeit

MÜNSTERECK: Wo Freiburg zu Afrika gehört

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Mi, 10. Juli 2019

Kolumnen (Sonstige)

Freiburg, so konnte man gestern lesen, sei die Stadt mit den freundlichsten Menschen Deutschlands. Die Bild betitelte die Breisgau-Metropole gleich als "FREUburg". Grund für die Freude waren erste Ergebnisse des Basler "Instituts für Gemeingüter und Wirtschaftsforschung". Dieses hatte Menschen auf einer Skala von eins bis zehn angeben lassen, wie sie die Freundlichkeit der Menschen einer Stadt einschätzen. Freiburg hatte den Traumwert 8, die sonst so beliebte Hauptstadt Berlin war mit nur 5,9 Punkten weit abgeschlagen. In den Veröffentlichungen des Instituts finden sich neben dem Ranking deutscher Städte auch nationale Freundlichkeitswerte. Die Deutschen rangieren dort mit 6,5 Punkten eher auf Berlin-Niveau. Freiburger Werte dagegen erreichen beziehungsweise toppen Länder wie Äthiopien (7,9), Uganda (8,2), Tansania (8,5), der Sudan (8,6) und die Zentralafrikanische Republik (8,9). Ob es an der Lage Freiburgs im Süden der Republik liegt, dass sie mit dem globalen Süden mehr zu tun hat als mit den nördlicheren Landsleuten? Schwer zu sagen. Eine Gemeinsamkeit haben wir auf jeden Fall. Afrikanische Länder werden von Europa und Freiburg wird von Berlin aus nur als Peripherie wahrgenommen – und auch unsere Reaktion auf diese Gemeinheit eint uns: ein freundliches Lächeln.