Leserbriefe

WIR MÜSSEN REDEN: Auswahl in drei Schritten

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Fr, 10. Januar 2020

Wir müssen reden

Wer einen Leserbrief für die Zeitung formuliert, will natürlich, dass dieser auch veröffentlicht wird. Doch würden wir alle Zuschriften, die uns erreichen, in der BZ abdrucken, gäbe es täglich mehrere Leserbriefseiten in der Zeitung.

Es muss also eine Auswahl getroffen werden. In einem ersten Schritt wird überprüft, ob alle nötigen Angaben vorliegen: Name und Adresse der Schreiberin oder des Schreibers sowie der Bezug auf einen aktuellen BZ-Artikel. Auch die Länge der Zuschrift ist relevant. Die Obergrenze für die Veröffentlichung liegt bei 60 Zeitungszeilen, was ungefähr 2100 Zeichen inklusive Leerzeichen entspricht.

In einem zweiten Schritt erfolgt die sprachliche und inhaltliche Prüfung der Zuschriften: Hetze, Denunziationen, Beleidigungen, Mutmaßungen und ähnliches kommen nicht auf die Forumsseiten. Zudem werden Tatsachenbehauptungen in den jeweiligen Ressorts nachrecherchiert, wenn dies mit angemessenem Zeitaufwand und seriösen Quellen möglich ist. Ist ein Leserbrief also gespickt mit Zahlen und Zitaten, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass er veröffentlicht wird.

Der dritte Auswahlschritt ist der schwerste, denn übrig sind dann nur noch die Texte, die den formalen Kriterien entsprechen. Sind es noch zu viele für die wöchentlich drei Forumsseiten, werden Briefe von den Personen aussortiert, die schon häufiger als Autoren zum Zuge gekommen sind. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Auswahl auf der Forumsseite den Tenor der Zuschriften abbildet. Dabei geht manche Perle für unsere Leserinnen und Leser verloren – für die Redaktion allerdings nicht, weil wir jede Zuschrift mit Interesse lesen.