KOnzentrationslager

Dieser Teil der deutschen Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten

Klasse Sozialwissenschaftliches Gymnasium

Von Klasse Sozialwissenschaftliches Gymnasium

Mo, 02. März 2020

Leserbriefe

Zu: "Eine deutsche Lernschwäche", Beitrag von Katja Bauer (Politik, 27. Januar)

Wir teilen die Meinung von Katja Bauer. Wir besuchen selbst die Oberstufe an einem Gymnasium und hatten noch das Glück, den Bericht eines Zeitzeugen des Holocaust zu hören. Doch dass diese Zeit immer weiter zurück liegt, erschwert den jungen Schülerinnen und Schülern, einen Zugang zu diesem Thema zu bekommen. Wir glauben auch, dass eigenes Interesse eine große Rolle spielt und die Tatsache, wie engagiert die jeweiligen Lehrer bei der Sache sind.

Der Geschichtsunterricht an den Schulen hat oft relativ wenig Gewicht. Bei uns jedenfalls gab es an der Realschule mehr als ein Jahr überhaupt keinen Geschichtsunterricht. Als wir allerdings das Konzentrationslager Struthof besuchten, wurde unsere Klasse sehr gut darauf vorbereitet. Wir wären auch niemals auf die Idee gekommen, uns dort oder vor irgendwelchen Denkmälern fotografieren zu lassen und diese Bilder auf Social-Media-Plattformen zu posten. Für uns hat so etwas mit mangelndem Wissen über das Thema zu tun.

Leute, die sich vor Denkmälern des Holocaust fotografieren lassen, können sich unseres Erachtens nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Sie wissen vielleicht, dass dort etwas Schlimmes geschehen ist, verfolgen aber mit den Fotos nicht das Ziel, die Aufmerksamkeit auf den Holocaust zu lenken, sondern politisches Interesse zu heucheln und Likes zu generieren.

Damit das Denkmal der ermordeten Juden Europas in Berlin in Zukunft nicht zu einer Brutstelle für Influencer wird, sollte vor allem an den Schulen das Thema intensiver und nachdrücklicher behandelt werden und Fahrten zu KZs beziehungsweise Denkmälern auf jeden Fall vor- und nachbesprochen werden. Man muss den Schülern nahebringen, was für eine schreckliche Vergangenheit unser Land hat, und wir finden, dass das am besten mit Lehrkräften funktioniert, denen das genauso wichtig ist.

Dieser Teil der deutschen Geschichte darf keinesfalls in Vergessenheit geraten, vor allem, wenn man derzeitige politische Entwicklungen in unserem Land betrachtet. Aus der Schule kennt man es ja, dass geschichtliche Themen, die schon lange zurückliegen, für uns Schüler oft sehr abstrakt und irrelevant wirken, aber unsere Vergangenheit zeichnet unsere Zukunft. Klasse Sozialwissenschaftliches Gymnasium G 12 des Beruflichen Schulzentrums, Waldkirch