Kraftwerke

In Deutschland hat man die Kernkraftwerke wenigstens unter Kontrolle

Klaus Dietz

Von Klaus Dietz (Rheinfelden)

Sa, 22. Juni 2019

Leserbriefe

Zu: "Kraftwerke abschalten ist zu wenig", Agenturbeitrag (Wirtschaft, 5. Juni)

Wer kann schon gegen gutes Klima sein? Wer gegen Sonnenschein? Das Anliegen der Schülerdemonstranten ist berechtigt oder auch nicht – es fehlen konkrete Maßnahmen. Bislang heißt es nur, Kohle muss weg. Demonstrieren die Schüler in den Revieren auch gegen die Arbeitsplätze ihrer Eltern? Grüne Politiker erwecken vielfach den Eindruck, dass Wind- und Sonnenstrom ungefähr das Gleiche sei wie Strom aus konventionellen Kraftwerken. Besonders die Atomkraft könnte einen Beitrag zur Sicherung der deutschen Energieversorgung leisten.

Atomkraft ist billig, und das Uran für einen jahrelangen Betrieb kann angesichts der geringen Mengen, um die es geht, vor Ort lagern. Die Grünen stecken in der Klemme. Erst haben sie den Atomstrom aus Ideologie abgelehnt, um unter Rot-Grün komplett auszusteigen. Die Wiederbelebung der Atomkraftwerke unter Merkel kam durch Fukushima schnell zum Stillstand, um die anstehenden Wahlen nicht zu verlieren.

Hätte man zuerst die Sorgen um die Klimaprobleme gesehen, dann hätte es die Proteste um die Kernkraft nie gegeben, sondern die Atomkraft wäre vermutlich sogar als Lösung der Probleme gefeiert worden. Fukushima wäre allenfalls ein Anlass gewesen, die Kraftwerke noch sicherer zu bauen. Der deutsche Atomausstieg ist vor dem Hintergrund der Geschichte der Atomkraft nicht naheliegend, denn unser Land zählte bei dieser Energie zu den Pionieren.

Entdeckt wurde die Atomenergie im Jahr 1938 von Otto Hahn, Lise Meitner und Fritz Straßmann. Auch wenn man auf diese Brückenlösung verzichtet, die Lichter werden nicht ausgehen, denn dann wird der Atomstrom eben von Frankreich oder Tschechien bezogen. Wenn es aber um die Sicherheit der Kernkraftwerke geht, dann sollte man sie, denke ich, doch lieber in Deutschland aufstellen, denn hier hat man sie wenigstens unter Kontrolle.

Auch von grüner Seite wird nicht bezweifelt, dass die deutsche Reaktoraufsicht besonders genau und streng und die Kraftwerke deshalb besonders sicher sind. Klaus Dietz, Rheinfelden