Mit Kelle und Speiche

Niko Rhein

Von Niko Rhein

Do, 12. März 2020

Sonstige Sportarten

Die Breisgau Beasts werden bei ihrem Einradhockeyturnier Dritte.

FREIBURG. Mit Eishockeyschlägern bewaffnet sitzen sich am Sonntag in der Jahnhalle Zähringen die Spieler zweier Mannschaften gegenüber – alle auf einem Einrad. Ein Pfiff der Schiedsrichterin, die den Tennisball in ihren Händen zwischen die an der Mittellinie wartenden Gegenspieler fallen lässt – und los geht’s! Die Sportler treten in die Pedale und radeln, was das Zeug hält. Bei Ballverlusten und wenn ein Gegner im Weg steht, brechen sie abrupt ab. Sie drehen waghalsige Pirouetten, passen sich den Ball übers Spielfeld zu und löffeln ihn in das eishockey-große Tor – alles mit einer beeindruckenden Balance und Selbstsicherheit.

Einradhockey erinnert auch in seinen Bewegungsabläufen an Eishockey. Die Teams bestehen aus jeweils vier Feldspielern und einem Torwart. Die Zusammensetzung der Mannschaften ist dabei vollkommen unabhängig von Alter und Geschlecht: Von der Teenagerin bis zum Familienvater kann jeder mitspielen – sofern er den Umgang mit dem Einrad beherrscht. In Deutschland ist die Sportart besonders im Ruhrgebiet und in Frankfurt am Main vertreten. Aktuell spielen in der vor 25 Jahren gegründeten Einradhockeyliga 89 Teams, darunter auch vier Clubs aus Großbritannien, Tschechien und den Niederlanden. Die Liga wird ausschließlich in Turnierform ausgetragen.

Die Breisgau Beasts waren am Sonntag zum ersten Mal Ausrichter eines solchen Turniers, zu dem noch fünf weitere Teams aus ganz Deutschland angereist waren. Gegründet hat sich das Freiburger Team vor drei Jahren. Dabei war es gar nicht so einfach, genügend Spieler zu finden, wie Angreiferin Alina Kattge erzählt: "Oft haben wir einfach Leute angesprochen, die wir zufällig beim Einradfahren auf der Straße gesehen haben", sagt sie über die Anfänge. Mittlerweile besteht die Abteilung der Beasts, die am Ende Dritte wurden, aus über 20 Spielern.

Doch wie kommt man überhaupt dazu, Einradhockey zu spielen? "Es fängt meistens damit an, dass man sich als Einradfahrer im Freestyle probiert", erklärt Alina Kattge. "Irgendwann kommt der Wunsch dazu, in einer Mannschaft zu spielen." Auf die Frage, was für sie den Reiz der Sportart ausmacht, bei der man nur ins Spielgeschehen eingreifen darf, wenn man auf seinem Einrad sitzt, antwortet die 25-Jährige ohne zu zögern: "Einradhockey spielen die Wenigsten, das ist etwas Besonderes!"