Die Formel 1 feiert Geburtstag ohne Gäste

dpa

Von dpa

Fr, 31. Juli 2020

Motorsport

Vor 70 Jahren wurde der erste WM-Lauf in Silverstone gestartet.

Die Formel 1 macht für zwei Wochen im englischen Silverstone Station. Für viele Teams ist der nächste Doppelschlag in der durch die Coronavirus-Pandemie durcheinandergewirbelten Saison ein Heimspiel, ihre Fabriken befinden sich in unmittelbarer Nähe des Kurses. Favorit beim Großen Preis von Großbritannien am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) ist erneut der Rekordsieger.

Geht es für Ferrari nach
dem bitteren Saisonstart bergauf?
Sebastian Vettel und Charles Leclerc dürften unter normalen Umständen keine Chance auf den Sieg haben, denn Silverstone gehört zu den Paradestrecken von Mercedes. Sechs der sieben vergangenen Rennen gewann ein Fahrer im Silberpfeil. Einzige Ausnahme: Vettel 2018. Gefragt ist eine starke Motorenleistung. Das kann die Scuderia ihren Piloten derzeit nicht bieten. Ferrari weiß um die unbefriedigende Situation und sucht nach dem Katastrophenstart weiter nach den Gründen, warum der Wagen in diesem Jahr bislang so langsam ist.

Hat Lewis Hamilton
einen Heimvorteil?
Der 35 Jahre alte Brite liebt das Rennen nur rund 80 Kilometer entfernt von Stevenage, wo der sechsmalige Champion aufwuchs. Mit sechs Erfolgen ist er bereits alleiniger Rekordsieger, ein neuerlicher Triumph ist sehr wahrscheinlich. Allerdings muss Hamilton auf die Unterstützung seiner Landsleute verzichten. Im Vorjahr waren 141 000 Fans dabei, aufgrund der Corona-Bestimmungen bleiben die Tribünen nun leer. Die Veranstalter forderten die PS-Fans mehrfach dazu auf, der Strecke 2020 unbedingt fernzubleiben.

Werden die Corona-Maßnahmen der Formel 1 in England gelockert?
Nein. "Niemand sollte mit dem trügerischen Gedanken nach Silverstone reisen, dass wir unverwundbar sind. Das ist vielleicht meine größte Angst, dass die Leute in Selbstzufriedenheit verfallen", sagte Rennleiter Michael Masi vom Internationalen Automobilverband Fia. Bisher gab es unter den Fahrern und im direkten Umfeld bei drei Rennen noch keinen eindeutigen Corona-Fall. Allerdings ist der mexikanische Fahrer Sergio Perez wegen eines nicht eindeutigen Ergebnisses bei einem Corona-Test vor dem Großen Preis von Großbritannien vorsorglich isoliert worden. Der 30-Jährige vom Team Racing Point zunächst auf das Ergebnis eines weiteren Tests warten, bevor er das Gelände der Rennstrecke in Silverstone betreten durfte.

Was macht Silverstone
so besonders?
Es ist die Geburtsstätte der Formel 1 und das Herz des britischen Motorsports. Vor 70 Jahren wurde der erste WM-Lauf der Königsklasse auf einem damals noch ganz anderen Kurs durchgeführt. Sieger am 13. Mai 1950 wurde der Italiener Giuseppe Farina im Alfa Romeo. Der Kurs gehört wegen des hohen Vollgasanteils zu den beliebtesten unter den Piloten. "Jeder Fahrer liebt Silverstone", sagte der viermalige Weltmeister Vettel. Nachdem das 1000. Formel-1-Rennen eher glanzlos im vergangenen Frühjahr in Schanghai ausgetragen wurde, sollte der 70. Geburtstag in Silverstone in diesem Sommer eigentlich gebührend nachgefeiert werden.