Erinnerung an die gute alte Postkutschenzeit

BZ-SERIE "HINTER HISTORISCHEN MAUERN" (7 + 8): Die Alte Post in Müllheim und das Weingut Blankenhorn in Schliengen erzählen vom Reisen und von Gastlichkeit.
MÜLLHEIM / SCHLIENGEN. Es ist schon bemerkenswert: Beide Häuser hatten beziehungsweise haben mit zwei Grundbedürfnissen des Menschen zu tun: dem Unterwegs-Sein und dem Behaust-Sein, dem Reisen und dem Aufgehoben-Sein in der Gastlichkeit. Die Rede ist von der Gutsschänke des Weinguts Blankenhorn in Schliengen und dem Hotel-Restaurant "Alte Post" in Müllheim. Beide Häuser waren zur Postkutschenzeit Stationen der Thurn und Taxisschen Reichspost.
Schliengen: Das goldene Hufeisen auf rotem Grund im Schliengener Wappen erinnert daran, dass es im Ort einmal eine Umspannstation der Thurn und Taxisschen Reichspost gab. Die Grafen dieses Adelsgeschlechts besaßen das kaiserliche Reichspost-Privileg und waren 1742 von der markgräflichen Regierung beauftragt worden, im Land feste Poststationen einzurichten. Zu diesen Stationen gehörten jenes Anwesen in Müllheim, in dem sich heute das Hotel-Restaurant "Alte Post" befindet, und die Kalte Herberge jenseits der Schliengener Steige. Südlich von Müllheim folgte auf dem Postkurs die Relaisstation Schliengen, ein Gehöft aus dem Jahr 1624, das das Gasthaus "Zum Baselstab" beherbergte. Hier ist seit 1847 das Weingut Blankenhorn zu Hause.
"Ich liebe das alte
verwunschene Schloss"
Roy Blankenhorn Der Haus wurde erst 1805 zur Posthalterei. Davor war es lediglich eine Umspannstation vor dem steilen Anstieg des Schliengener Berges. Hier gab es Stallungen mit zeitweise bis zu 60 Pferden sowie Gasträume für die Reisenden. Bei schweren Fuhren wurden manchmal sogar 16 oder 20 Pferde vorgespannt.
1742 sahen die Schliengener die erste Postkutsche durchs Dorf fahren. Jeden Montag startete damals ein Wagen der Kaiserlichen Reichspostwagen-Expedition in Frankfurt, der am Freitag, gegen Mittag, Schliengen und am Abend die Endstation in Basel erreichte.
Mit dem Bau der Eisenbahn veränderte sich ...