Mutige Entscheidungen sind manchmal unpopulär

Bernhard Andris

Von Bernhard Andris (Feldberg)

Sa, 20. Februar 2021

Leserbriefe

Länger als die komplette Dienstzeit von Bürgermeister Wirbser war ich Mitglied im Feldberger Gemeinderat. Deshalb trage auch ich einen Teil der politischen Verantwortung für die vergangene Feldberger Entwicklung. Mutige Entscheidungen sind manchmal unpopulär. Wegducken ist aber nicht mein Ding.

Ich war oft beeindruckt von Wirbsers beinahe übermenschlichem Einsatz für seine Gemeinde, wenngleich auch nicht immer einig mit der Vorgehensweise. Das Wohl der Heimatregion stand ihm über alles. Die Fehlerquote dieses äußerst aktiven Vierteljahrhunderts liegt meines Erachtens im üblichen Normalbereich von allgemeinen politischen Entscheidungen. Die chronisch knappen Haushalte der meisten Bergkommunen ist auch ein Ergebnis von viel zu geringen öffentlichen Zuweisungen. Die Verschuldung der Gemeinden entsteht oft aus dem Spagat zwischen verkraftbarer Bürgerbelastung und den Pflichtaufgaben sowie wichtigen Investitionen. Diese Problematik erfahren aktuell viele Finanzpläne. Die Finanzierung des Feldberger Parkhauses hätte sich wesentlich vorteilhafter entwickelt, wenn ein in Aussicht gestellter öffentlicher Millionenzuschuss hätte realisiert werden können. Die touristische Konzentration auf wenige Monate im Jahr wird abwertend als Massentourismus empfunden. Dieser erzeugt bei keinem der Beteiligten Freude. Alle Betroffenen wären gewiss für eine realistische und finanzierbare Umgestaltung dankbar. Ich vertraue auf Geschick und Weitblick des amtierenden Bürgermeisters Albrecht und seines Gemeinderats. Der Zusammenhalt der Bevölkerung ist das Fundament für eine gute Zukunft. Bernhard Andris, Feldberg