BZ-Interview

"Die Versprechungen des Kreml sind keinen Groschen wert"

Stefan Scholl

Von Stefan Scholl

So, 17. März 2019 um 20:30 Uhr

Ausland

BZ-Plus Vor fünf Jahren besetzte Russland die Krim. Zehntausende der dort lebenden Krimtataren verließen die Region. Über ihre Lage sprach Stefan Scholl mit ihrem politischen Chef, Refat Tschubarow.

MOSKAU. Seine Heimat wurde im Frühjahr 2014 von russischen Truppen besetzt und nach einer umstrittenen Volksabstimmung am 18. März 2014 Russland einverleibt. Wie Zehntausende der knapp 280 000 Krimtataren, die 2014 auf der Krim lebten, siedelte Refat Tschubarow in einen anderen Teil der Ukraine um. 1944 hatte Stalin etwa 200 000 Krimtataren nach Zentralasien deportieren lassen, bis zu 90 000 starben. Die Krimtataren durften erst nach 1989 zurückkehren. Über den zweiten Verlust seiner Heimat sprach Stefan Scholl mit Tschubarow.

BZ: Herr Tschubarow, die Besetzung der Krim durch Russland 2014 hat Sie praktisch zum politischen Emigranten im eigenen Land gemacht. Wie haben Sie die vergangenen fünf Jahre erlebt?
Tschubarow: Ich würde das nicht Emigration nennen, ich lebe ja trotzdem im eigenen Staat, der Ukraine. Aber wie tausende Krimtataren kann ich nicht mehr in meine Heimat zurück, die ja auch Teil der Ukraine ist. Diese fünf Jahre sind für mich schwarz gefärbt. Meine Mutter ist 85, wurde 1944 unter Stalin deportiert. Jetzt hat sie Angst, man lasse sie nicht mehr zurück, wenn sie mich besucht. Sie will auf der Krim, in der Heimat, sterben.
BZ: 2014 ...

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