Elfriede Jelineks Stück "Rechnitz (Der Würgeengel)"

Verkündigung der heiligen Schrift

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

So, 05. Dezember 2010 um 20:01 Uhr

Theater

Eine viereinhalbstündige Heimsuchung im Parlando-Ton: Marcus Lobbes inszenierte am Theater Freiburg "Rechnitz (Der Würgeengel)". Ein Stück der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.

Elfriede Jelineks Theatertexte gehören zu den meistgespielten an deutschsprachigen Bühnen, obwohl ihnen alles fehlt, was im landläufigen Sinn ein Drama ausmacht: handelnde Figuren, Konflikte, Spannungsbögen. Sie entsprechen einem postdramatischen Theater, das sein Heil in epischen Stoffen sucht und bald jeden Roman der Moderne auf seine Bühnentauglichkeit geprüft hat. Jelinek sammelt Sprechmaterial aus den Diskursen der Gegenwart und montiert es zu überbordenden Kollagen aus einem Kollektiv an Stimmen, das sich in seinen Floskeln selbst entlarvt. Dem Regisseur überlässt die Autorin die Entscheidung, wie er mit ihren Textgebirgen umgeht – das heißt: wie viel er davon weglässt.

In Freiburg hat Marcus Lobbes nichts weggelassen. Kein einziges Wort von "Rechnitz (Der Würgeengel)" – nicht einmal die Danksagungen am Ende, unter anderem ...

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