AUCH DAS NOCH: Im Punkterausch

Michael Saurer

Von Michael Saurer

Do, 13. Februar 2020

Panorama

Das mit den Treuepunkten ist so eine Sache. Ob mit Payback, Flugmeilen oder der klassischen Stempelkarte beim Café nebenan – überall wird versucht, die Kunden an sich zu binden und sie für die Treue irgendwann zu belohnen. Das kann aber auch nach hinten losgehen. So hat die Polizei im japanischen Kyoto nun eine 51-jährige Frau und ihren 31 Jahre alten Sohn festgenommen, weil die laut Ermittlern entweder in einen völligen Treuepunkte-Rausch gekommen sind oder – profaner gedacht – einfach betrügen wollten. Die beiden nutzten ein Treuepunkte-Programm japanischer Hotels. Für jede Buchung bekamen die Kunden dort eine Punkte-Gutschrift – die offenbar auch dann nicht erlosch, wenn das Zimmer im Anschluss noch storniert wurde. Und genau das machten die beiden mit großem Fleiß. Insgesamt sollen sie 3250 Hotelzimmer gebucht und später wieder storniert haben und dadurch Treuepunkte im Wert von 21 000 Euro bekommen haben. Den Hotels sei durch die Stornierungen ein Schaden von einer Million Euro entstanden, sagen die Ermittler. Nun müssen die beiden mit einem Zimmer im Gefängnis vorliebnehmen – für das es ganz bestimmt keine Treuepunkte gibt.