Großkonzert ohne rechtliche Grundlage?

dpa

Von dpa

Sa, 08. August 2020

Panorama

Land NRW sieht geplante Veranstaltung mit 13 000 Zuschauern in Düsseldorf sehr kritisch.

Ein Konzert mit Bryan Adams, Sarah Connor und The Boss Hoss soll am 4. September vor 13 000 Zuschauern in Düsseldorf stattfinden. Es wäre laut Veranstalter das erste Großkonzert seit Mitte März in Deutschland und werde in enger Abstimmung mit den Behörden geplant. Dem widersprach NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU): "Konzept und Genehmigung sind jedenfalls nicht mit dem Land abgestimmt und ich habe begründete Zweifel an der rechtlichen Grundlage", sagte er.

"Das ist das Zeichen, auf das Fans, Künstler und Crews sowie die gesamte Musikindustrie sehnsüchtigst gewartet haben", sagte Veranstalter Marek Lieberberg laut einer Mitteilung vom Freitag. Bei dem 150-minütigen Konzert "Give Live A Chance" in der Düsseldorfer "Merkur Spielarena" werde dem Infektionsschutz "in vollem Umfang Rechnung getragen". Die Fans würden verpflichtet, Schutzmasken zu tragen. Zwischen den Sitzplätzen werde der Sicherheitsabstand gewahrt. Der Einlass erfolge in verschiedenen Zeitfenstern, die Tickets seien personalisiert, Alkohol werde verboten. Wer rein will, soll unter anderem bestätigen, dass er aus keiner Region kommt, in der die "Corona-Obergrenze" von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner überschritten wurde, so der Veranstalter.

Das Gesundheitsministerium scheint das auf Anhieb nicht zu überzeugen. Kurz vor Ende der Reisesaison gebe es eine komplexe Infektionslage. "In dieser Situation Menschen aus ganz Deutschland zu animieren, quer durch das Land nach Düsseldorf zu reisen und zu Tausenden zusammen zu kommen, halte ich schlicht für verantwortungslos", erklärte Laumann. Dass ein "lokales Gesundheitsamt in dieser Lage eine Veranstaltung dieser Größenordnung im Alleingang" genehmige, habe ihn "nachhaltig irritiert".

Die Größenordnung wäre in der Corona-Pandemie auf jeden Fall bemerkenswert. Im benachbarten Köln etwa ist es zwar gelungen, wieder Konzerte in der dortigen Lanxess-Arena zu spielen – die Obergrenze liegt aber bislang bei 2 400 Zuschauern.