Umwelt

Hydrologen sorgen sich um das Grundwasser

Andreas Frey

Von Andreas Frey

Sa, 17. November 2018 um 11:00 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Heizung, Kühlung, Abwasser – der Boden unter den Metropolen wärmt sich langsam auf. Die regelrechte Bauwut und der Klimawandel verschärfen das Problem noch.

Wenn Alexander Limberg über Probleme in Berlin spricht, dann nicht über unfertige Flughäfen oder unfähige Politiker, er redet über die Unterwelt. Seit 35 Jahren arbeitet Limberg bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, seit fünfzehn Jahren ist er deren Leiter und zuständig für das Grundwasser. Was den Hydrogeologen bekümmert, ist das, was im Verborgenen geschieht. Und das hat ausnahmsweise nichts mit Kriminalität zu tun.

"Unter der Stadt haben wir ein Problem", sagt Limberg. Geologen bezeichnen es als urbane Wärmeinsel im Untergrund. Auf gut deutsch: Die Hauptstadt heizt sich immer stärker auf. Vor allem in diesem Hitzesommer kletterte das Thermometer direkt unter der Oberfläche verbreitet auf mehr als 20 Grad. An manchen Messstellen registrierte Limberg neue Rekordwerte.

Das Problem tritt weltweit auf. Es betrifft vor allem Megastädte wie Moskau, Istanbul, Seoul und Mexiko-Stadt, aber auch Winnipeg, Zürich, München oder eben Berlin. Rund um den Globus heizen sich die Städte mittlerweile zu stark auf, warnen Klimaforscher. Nicht nur an der Oberfläche, auch im Boden. Außerhalb der Fachwelt und selbst unter Umweltschützern ist das Phänomen praktisch unbekannt. Dabei handelt es sich um den vielleicht drastischsten Eingriff in ein ebenso einzigartiges wie unerforschtes Ökosystem. Man könnte auch sagen: um eine unbemerkte Verschmutzung von Böden und Grundwasser, deren Folgen sich bislang nur grob abschätzen lassen.

"Es geht ja nicht bloß darum, dass man in Berlin vielleicht bald pieselwarmes Wasser trinken muss" Alexander Limberg Seit Alexander Limberg weiß, wie schnell sich der Untergrund unter Berlin erwärmt, fragt er sich, wie die Grundwasserqualität in Zukunft noch sichergestellt werden kann. Eine höhere Temperatur stößt eine ganze Kette von biologischen und chemischen Prozessen an, deren Zusammenhänge Ökologen erst langsam verstehen. "Es geht ja nicht bloß darum, ...

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