In den Wäldern leben immer weniger Tiere

dpa

Von dpa

Mi, 14. August 2019

Panorama

Starker Rückgang seit 1970.

BERLIN (dpa). Die weltweiten Bestände zahlreicher Tierarten in Wäldern haben sich laut einer Untersuchung in den vergangenen Jahrzehnten mehr als halbiert. Zwischen 1970 und 2014 schrumpften die 455 untersuchten Populationen um durchschnittlich 53 Prozent, teilte die Umweltstiftung WWF am Dienstag unter Berufung auf eine eigene Analyse mit. Besonders betroffen seien die Tropen und der Amazonas-Regenwald. Als Hauptgrund für die Entwicklung wird "durch Menschen verursachter Lebensraumverlust" genannt. Im Bericht "Below the canopy" ("Unter dem Blätterdach") ist auch von "leeren Wäldern" in manchen Regionen die Rede: Sie erscheinen auf den ersten Blick intakt, in ihnen leben aber kaum noch Tiere.

Der WWF forderte die Staatengemeinschaft auf, "den planetaren Wald-Notstand zu erklären". Zudem müssten umfassende Vereinbarungen gegen den Verlust der Biodiversität, für den Kampf gegen die Klimaerwärmung und für nachhaltiges Wirtschaften getroffen werden.

Waldzustand und Klima hängen zusammen, weil Wälder riesige Kohlenstoffspeicher sind. Tiere übernehmen dabei wichtige Funktionen. Insbesondere in riesigen Wäldern Südamerikas und Afrikas würde mit einem Verlust bei großen Vögeln und Primaten auch ein Rückgang des dort gebundenen Kohlenstoffs einhergehen, heißt es im Report. Viele für den Klimaschutz wichtige Baumarten seien darauf angewiesen, dass ihre Samen von Tieren verbreitet werden. In den Report flossen Daten von 268 Wirbeltierarten ein.