Kinder leiden am meisten

dpa

Von dpa

Fr, 15. November 2019

Panorama

Forscher warnen vor gesundheitlichen Gefahren des Klimawandels.

LONDON (dpa). Der Klimawandel schädigt bereits heute die Gesundheit vieler Menschen, besonders die von Kindern. Bei einem Wirtschaften wie bisher "wird das Leben jedes heute geborenen Kindes tiefgreifend vom Klimawandel beeinträchtigt werden", schreibt das Konsortium The Lancet Countdown, zu dem rund 100 Experten gehören. Kurz vor der UN-Klimakonferenz bilanzieren die Experten von 35 Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Fachjournal The Lancet gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels.

Kinder seien von den Auswirkungen des Klimawandels am stärksten betroffen, betont Nick Watts, Chef des Lancet-Konsortiums. Ihr Körper entwickle sich noch und Schäden könnten bleiben. Auch Ernterückgänge und Unterernährung träfen sie am schlimmsten. Sie litten stärker an Durchfall und an immer leichter übertragbaren Krankheiten wie Dengue.

Auch bestimmte Bakterien, Vibrionen, würden eine zunehmende Gefahr, auch in der Ostsee, heißt es in dem Bericht. Seit den 1980er Jahren habe sich aufgrund höherer Wassertemperaturen die Anzahl der Tage verdoppelt, an denen man sich mit Vibrionen in der Ostsee anstecken kann. 2018 waren es 107 Tage.

In Deutschland habe die Feinstaubbelastung im Jahr 2016 zu mehr als 44 800 frühzeitigen Todesfällen beigetragen, so die Forscher. 8000 davon seien auf die Verbrennung von Kohle zurückzuführen.