Die Nordtangente verschiebt sich

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Do, 14. November 2019

Neuried

Wohngebiet in Ichenheim im beschleunigten Verfahren möglich / Graben für Oberflächenentwässerung erforderlich.

NEURIED-ICHENHEIM. Die geplante Nordtangente, die einmal den Kreisverkehr am nördlichen Ausgang Ichenheims mit dem Gewerbegebiet Auf der Alm verbinden soll, soll nach Norden rücken. Grund dafür sind Probleme mit der Oberflächenentwässerung, die mit einem offenen Graben zwischen jetzigem Dorfrand und der neuen Tangente gelöst werden sollen. Dies beschloss der Ortschaftsrat am Dienstag einstimmig. Ebenso einstimmig erfolgte die Empfehlung an den Gemeinderat, dafür den Bebauungsplan aufzustellen.

Ortsvorsteher Helmut Roth (FWV) erläuterte zunächst die Gründe für den etwas veränderten Trassenverlauf damit, dass die Kanalisation in der Rheinstraße an der Kapazitätsgrenze sei und nicht noch mehr aufnehmen könne.

Zahl der Gewerbebetriebe rechtfertige die Nordtangente

Deshalb schlage das Planungsbüro RS vor, das zusätzlich anfallende Oberflächenwasser sowie einiges von dem Regenwasser, das von Osten aus dem Dorf kommt, über einen neu anzulegenden offenen Graben abzuleiten. Der Graben soll fast mittig zwischen der jetzigen nördlichen Bebauungsgrenze und der geplanten Nordtangente in Ost-West-Richtung verlaufen und im Westen in den Anwendergraben münden.

Dass die geplante Nordumfahrung zur Entlastung der Rheinstraße, der Kreuzstraße und des Tramwegs unbedingt nötig sei, daran ließ Roth keinen Zweifel aufkommen. Er hatte ausgerechnet, dass alleine ein großes Unternehmen Auf der Alm für etwa 3800 Lkw-Fahrten im Jahr sorge. Roth: "Die verteilen sich nicht gleichmäßig über das Jahr, so dass in Spitzenzeiten 40 bis 50 Fahrten täglich alleine durch diese Firma zustande kommen." Die Vielzahl weiterer Betriebe sorge für ein enormes Verkehrsaufkommen. Es sei deshalb gut begründet, dass der Gemeinderat die Nordtangente in seiner Klausurtagung auf den zweiten Platz seiner Prioritätenliste gesetzt habe.

Bauamtsleiter Klaus Person fügte hinzu, dass die neue Trasse gleichzeitig zur Erschließungsstraße für ein neues Wohnbau- und Gewerbegebiet werde, das zwischen der Nordtangente und dem Dorfrand jetzt geplant sei. Auf Nachfrage von Heinz Walter (SPD) antwortete Roth, dass die Gesamtfläche dieser geplanten Baugebiete sich auf etwa 6,5 Hektar belaufen, "das müsste für viele Jahre reichen". 27 Wohn- und 13 Gewerbegrundstücke können hier erschlossen werden. Ein Teil soll im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung umgesetzt werden. Wie Person erläuterte, sehe das Baugesetz noch bis zum 31. Dezember diese Möglichkeit vor. Er riet dazu, das zu nutzen, weil es nicht so aussehe, dass diese Bestimmung verlängert werde. Person verwies darauf, dass man dieses Verfahren auch wählen könne, ohne dass das Gebiet im Flächennutzungsplan als geplantes Wohngebiet ausgewiesen sei. Er schlug vor, den Streifen östlich der Straße Zum Kalabrich bis zum geplanten Graben zu nehmen. Auf Anregung der Räte wurde das Gebiet bis zum Hohweg verlängert. Auch diese Entscheidung fiel einstimmig und geht damit als Empfehlung zur Aufstellung eines Bebauungsplans an den Gemeinderat.