Pilotprojekt

Offenburger Firma will die Reinigung von Atemschutzgeräten revolutionieren

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Di, 02. Juli 2019 um 16:42 Uhr

Offenburg

Atemschutzgeräte sind die Lebensversicherung der Feuerwehrleute. Sie müssen bisher aufwändig von Hand gereinigt werden. Die Offenburger Firma Meiko entwickelt nun eine Atemschutzwerkstatt.

Die Offenburger Feuerwehr und die Offenburger Firma Meiko, auf Spül- und Reinigungstechnik spezialisierter Maschinenbauer mit Weltruf, entwickeln gemeinsam eine Atemschutzwerkstatt. Das Konzept, das sie am Montag dem Haupt- und Bauausschuss vorstellten, könnte die nach jedem Einsatz fällige Reinigung von Schutzkleidung sowie Atemschutzausrüstung der Feuerwehrleute revolutionieren. Sowohl bei der Effizienz der Reinigung als auch beim Schutz des Reinigungspersonals soll das Pilotprojekt Maßstäbe setzen.

1027 Lungenautomaten werden gereinigt

Feuerwehrkommandant Peter Schwinn und Meiko-Projektentwickler Marc Scherer stellten im Selbstbewusstsein des Innovators die geplante Anlage vor. Schwinn wies darauf hin, dass es seit 2017 in Offenburg einen Atemschutzpool gibt, der die Wehren von Offenburg und Umland mit Atemschutzgeräten versorgt. In der Atemschutzwerkstatt werden gebrauchte Geräte zur Reinigung abgegeben und frische, einsatzbereite wieder mitgenommen. 1009 Vollmasken und 1027 Lungenautomaten, beides laut Schwinn die Lebensversicherung für einen Einsatz im verrauchten Haus, werden dort gereinigt. Bisher in Handarbeit, was die Reiniger den teils hochgiftigen Ruß- und Rauchgasrückständen aussetze.

Stadt unterstützt Projekt mit 350 000 Euro

"Von manuell zu maschinell" lautet das Prinzip hinter der von Meiko geplanten Anlage, so Marc Scherer. Die Ausrüstung müsse innen von Schweiß und Speichel gereinigt sowie desinfiziert werden und außen von teils giftigen Abbrandgasen sowie Ruß. Dabei stelle sich nicht nur die Frage wie die Ausrüstung maschinell wieder einsatzbereit gemacht werde, sondern auch: Wer schützt den Reiniger? Scherer und sein Team haben dafür nach bewährtem Meiko-Prinzip eine Reinigungsstraße entwickelt, deren Entwicklung die Stadt mit 350 000 Euro unterstützt. Die Stadträtinnen und Stadträte zeigten sich von dem Projekt begeistert und befürworteten das städtische Engagement einstimmig.