Gedenken

Seit 27 Jahren wird in Oppenau über ein martialisches Kriegerdenkmal gestritten

Moritz Lehmann

Von Moritz Lehmann

So, 19. November 2017 um 15:22 Uhr

Ortenaukreis

Schon seit 1990 ist sich die Oppenauer Lokalpolitik einig, dass ein Kriegerdenkmal im Stadtpark so nicht bestehen bleiben kann. Passiert ist nichts – bis ein Besucher sich beschwert. Eine Infotafel soll nun endlich Frieden stiften.

Als der Freiburger Bernhard Koch bei seinem Besuch in Oppenau das alte Kriegerdenkmal entdeckt, wird er sauer. So sauer, dass er seinem Ärger in einer E-Mail an die Oppenauer Stadtverwaltung Luft macht. "Mit großer Bestürzung musste ich bei meinem letzten Abstecher ins hintere Renchtal feststellen, dass das unsägliche Nazi-Denkmal wieder aufgestellt worden ist. Diese Dreistigkeit verschlägt mir die Sprache", schreibt er. Tatsächlich war das Denkmal ab Juni 2014 für einige Monate verschwunden – aber nur, damit es restauriert werden konnte.

Ein umstrittenes Bauwerk
Das Denkmal zeigt einen Soldaten mit entschlossener Miene und einer Granate in der rechten Hand. An seinem Knie lehnt ein Kamerad, der offenbar im Sterben liegt. Ganz besonders stört sich Bernhard Koch an dem Text, der auf dem Sockel des Mahnmals steht: "Wenn Tausend einen Mann erschlagen: Das ist nicht Sieg, nicht Ruhm noch Ehr! Und heißen wird’s in späten Tagen: Gesiegt hat doch das deutsche Heer."

Dieser Text sei "an dumpfer Kriegstreiberei" nicht zu überbieten, findet Bernhard Koch – und reißt damit eine alte Wunder wieder auf. Denn der Konflikt um das Oppenauer Kriegerdenkmal ist nicht neu – und ein Lehrstück darüber, wie schwierig es in ...

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