Rauch aus dem Hochhaus

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Sa, 08. Juni 2019

Weil am Rhein

Fettbrand löst Großalarm aus / Feuerwehr war gleichzeitig mit einem Rauchmelder beschäftigt.

WEIL AM RHEIN (us). Kurz vor 9 Uhr wurde am Freitagmorgen der Leitstelle ein offenes Feuer in einem Mehrfamilienhaus in der Breslauer Straße gemeldet, dem kleineren Hochhaus direkt gegenüber des Hieber-Marktes. Die Weiler Feuerwehr befand sich zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Weg in die Fichtenstraße, wo ein Rauchmelder in einem Privathaus ausgelöst hatte. Aus diesem Grund wurden sofort die Abteilung Haltingen sowie ein Löschfahrzeug der Lörracher Feuerwehr alarmiert.

Sowohl an der Fichtenstraße, wie auch am Hochhaus an der Breslauerstraße konnte die Feuerwehr aber schnell Entwarnung geben: In dem Privathaus waren weder Rauch noch sonstiges zu bemerken. Die Ursache für den Alarm im Hochhaus war ein Fettbrand, der in einem Topf entstanden war, teilt Polizeipressesprecher Jörg Kiefer mit. Nach bisherigen Erkenntnissen sei das Feuer jedoch von selbst erloschen, nachdem ein Bewohner den Topf vom Herd gezogen habe. Ein Sachschaden sei nicht entstanden.

Da sich die Wohnung im 3. Obergeschoss befand, hatte sich die Feuerwehr für einen Stoßangriff mit fünf Atemschutzträgern entschieden – so wie er erst vor wenigen Wochen im Carat-Hotel bei einer Großübung einstudiert worden war, wie Pressesprecher Markus Utke erklärte. Vor der Wohnung wurden sie bereits von dem Bewohner erwartet, der sich, nachdem er die Pfanne vom Herd gezogen hatte, in Sicherheit gebracht hatte.

Gegen 9.30 Uhr habe die Feuerwehr ihren Einsatz bereits wieder beenden können, sagte Kiefer der BZ. Auf die Evakuierung des Gebäudes konnte verzichtet werden. Vorsorglich sei der Bewohner, der dem Rauch ausgesetzt war, durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht worden.

"Für uns als Feuerwehr waren beide Meldungen, die gerade einmal im Abstand von zehn Minuten einliefen, sehr gefährlich. Da mussten wir sofort nachalarmieren und waren am Ende natürlich mit sehr viel Personal vor Ort, aber das ist allemal besser, als wenn wir zu wenig wären," erklärt Markus Utke, warum sogar aus Lörrach ein Löschfahrzeug angefordert wurde, als die zweite Meldung einlief und sich ein Teil der Abteilung Stadt bereits auf dem Weg in die Fichtenstraße befand. Auch der Umstand, dass der Rauchmelder ohne Rauch ausgelöst hatte, ist für Utke kein Ärgernis. "Wir haben schon mehrfach erlebt, dass so ein Piepsen und die Alarmierung durch aufmerksame Nachbarn Menschenleben gerettet hat. Da rücken wir lieber einmal zu viel aus", erklärt er.

Aktuell ist fast jeder fünfte Meldeeingang ein Fehlalarm durch eine Brandmeldeanlage. 21 Mal ist die Feuerwehr in diesem Jahr bereits vergebens ausgerückt. "Wir merken, dass die Firmen extrem bemüht sind, solche Fehlalarme zu vermeiden", so Utke. Angesichts der vielen Großbetriebe auf Weiler Gemarkung halte sich die Belastung in Grenzen, urteilt er.