Preisgekröntes Bauprojekt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 15. Oktober 2019

Gutach im Breisgau

Architekt Klaus Wehrle erhält Auszeichnung für neues Logistikzentrum der Elztalbrennerei Weis.

GUTACH-BLEIBACH (BZ). Die Carré Industriebau Planungsgesellschaft mbH der Unternehmensgruppe Klaus Wehrle hat den Iconic Award für Architektur erhalten. Bei dem internationalen Architektur- und Design-Wettbewerb werden visionäre Architektur und innovative Produkte sowie Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Die Iconic Awards werden vom deutschen Rat für Formgebung verliehen. Eine unabhängige Fachjury wählt die besten Projekte aus. Dazu zählte 2019 die von Wehrle und seiner Carré Industriebau realisierte Logistikhalle der Elztalbrennerei Weis in Gutach. Andrea und Klaus Wehrle haben die undotierte Auszeichnung in der Pinakothek der Moderne in München überreicht bekommen. "Das ist eine tolle Bestätigung unserer Arbeit", sagte der Architekt aus Bleibach.

Die Elztalbrennerei ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Zur Erfüllung aktueller Anforderungen war der Neubau eines Logistikzentrums erforderlich. Der Eigentümer wollte die vorhandenen Hallen aus Blech aufwerten und den Neubau in Schwarzwaldholz gestalten. Die Nutzung heimischen Holzes und die Verwendung der Abwärme des Produktionsprozesses zum Heizen sind Teil des nachhaltigen Gebäudekonzeptes, das die Jury überzeugt hat. Im Gebäudekomplex, der rund 5000 Quadratmeter Nutzfläche umfasst, lagern über 20 Millionen Liter Liköre und Edelbrände aus heimischer Produktion. Deshalb stellte der Brandschutz Wehrle beim Planen vor eine besondere Herausforderung. Die Standardlösung, eine Sprinkleranlage, kam nicht in Frage kam. Denn, auch wenn die Anlage grundlos anspringt, weichen die Kartons vom Löschwasser auf und die Flaschen fallen zu Boden. "Ein Schaden ohne Not und für Bauherrn Hansjörg Weis ein Ausschlusskriterium", sagte Wehrle. Seine Lösung: "Die drei Lagerflächen sind durch Brandwände aus Stahlbeton voneinander getrennt. Die Außenwände aus Kreuzlagenholzplatten sind auf wärmegedämmten Stahlbetonsockeln aufgelagert." Trotz Größe und eingehaltenen Brandschutzauflagen fügt sich der Bau dezent und elegant in die Landschaft, fanden die Juroren.

Das Gebäude gliedert sich in drei Bereiche: Umschlagfläche mit Rampenanlage, ein Blocklager mit Regalflächen und ein Lager mit Holzfässern und Stahltanks. Abgefüllt wird weiter im Bestandsgebäude.