Psychotherapie für jeden Geldbeutel

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Sa, 16. November 2019

Bad Krozingen

Heilpraktiker Winfried Scherrers will in Bad Krozinger Praxis auch finanzschwachen Menschen helfen.

BAD KROZINGEN. "Ich möchte mit meinem Therapieangebot auch Menschen erreichen, die Hilfe in ihrer Lebensbewältigung benötigen, jedoch aus finanziellen oder auch anderen Gründen bislang keine Therapie aufgenommen haben", sagt Winfried Scherrers aus Staufen. Das ist der eine Grund, warum er vor einiger Zeit seinem Leben eine neue Wendung gab und in deren Zug er vor zwei Jahren die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie ablegte – im Alter von 58 Jahren.

Der andere Grund lag in der Erfahrung von Depressionen, unter denen er als junger Erwachsener gelitten habe. Scherrers suchte sich während seines Physikstudiums Hilfe und machte die Erfahrung, dass Psychotherapie seelische Leiden lindern und heilen könne. "Das war entscheidend für mein späteres Leben und mein Lebensglück", sagt er. Wobei er einräumt, dass er den Vorzug hatte, einen Therapeuten zu finden, der seine Ängste verstand und ihm so aus seiner Krise helfen konnte. "Es ist auch eine Vertrauenssache und es ist ein langwieriger Prozess."

Aus Scherrers Sicht sind es also verschiedene Faktoren, die über Art und Verlauf einer Therapie entscheiden, darunter eben auch die finanzielle Seite. Natürlich könnten Bedürftige auch eine Therapie als Kassenleistung bei einem approbierten Therapeuten in Anspruch nehmen, sagt er, doch Plätze seien rar und es gebe lange Wartezeiten. Schon deshalb sehe er sich auch nicht als Konkurrent der Branche. "Ich kenne keinen Psychotherapeuten, der über einen Mangel an Patienten klagt", meint Scherrers. Darüber hinaus scheuten sich viele Klienten davor, dass die Diagnose dann aktenkundig werde, das sei bei seiner Therapie nicht der Fall.

Gerade Menschen mit seelischen Problemen verfügen nach seiner Erfahrung häufig nicht über ein angemessenes Einkommen. "Ich kann meine Honorare individuell auf die jeweilige finanzielle Situation eines Klienten abstimmen." Auf die Frage, ob das eine Art Psychotherapie für Arme sei, meint Scherrers, er sei überzeugt, dass auch ein Sozialhilfeempfänger einen kleinen Beitrag für eine Therapie leisten könne, wenn ihm eine Behandlung wichtig sei. "Ich möchte niemanden wegen des Geldes wegschicken", betont Scherrers.

Winfried Scherrers ist verheiratet, Vater eines erwachsenen Sohnes, lebt seit 1990 in Staufen und war mehr als 30 Jahre in der Industrie tätig, als Physiker und als Informatiker, zunächst in München, später in Basel. Die Arbeit in der Schweiz ermöglichte es ihm, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen und zugleich sein neues Lebensziel zu verfolgen. Er absolvierte Heilpraktikerausbildungen in Gesprächstherapie, in Systemischer Therapie und in der Hypnosetherapie, einer Disziplin, die nicht von den Krankenkassen akzeptiert werde. Bei Scherrers entwickelte sie sich zu einem Schwerpunkt. Das Besondere daran sei der Zugang über Bilder, über die emotionale Ebene. Scherrers spricht von einer Fokussierung auf die inneren Bilder und Empfindungen. "Meine Aufgabe ist es dabei, die Klienten anzuleiten, um sie in eine Entspannungsphase zu bringen", wobei die Klienten alles mitbekommen, was um sie herum passiere. Durch das Heranführen an die inneren Bilderwelten könne ein Prozess angestoßen werden, der es erlaube, Blockaden aufzulösen und Ängste zu überwinden.

Derzeit macht Winfried Scherrers noch eine Ausbildung zum zertifizierten Traumatherapeuten, die im Februar abgeschlossen sein werde. Er würde gerne eine Traumgruppe gründen, sagt er, sofern sich Interessenten dafür finden. Die Traumanalyse beschäftige ihn schon sein ganzes Leben. "Von meinen Träumen zu erzählen, hat mich geheilt", ist Winfried Scherrers überzeugt.

Kontakt: Die Praxis von Winfried Scherrers in Bad Krozingen ist erreichbar unter Tel. 0157/54887382 oder per Mail unter info@praxis-Scherrers.de. Infos gibt es auch im Internet auf der Webseite unter http://www.praxis-scherrers.de