Tim Meier jetzt in Doppelfunktion

Matthias Scheibengruber

Von Matthias Scheibengruber

Mo, 27. Januar 2020

Radsport

Rheinfelder Mountainbiker bis mindestens 2021 an der Spitze des Radsportbezirks / Bezirk moniert nicht geflossenen Zuschuss vom Badischen Verband.

DOGERN. Wechsel in der Führungsebene: Tim Meier (20) vom RSV Rheinfelden steht vorerst an der Spitze des Radsportbezirks Hochrhein-Wiesental – zumindest bis zur Jahresauftaktsitzung 2021. Da der Erzinger Peter Rogge aus gesundheitlichen Gründen nach vierjähriger Tätigkeit an der Spitze bei der Hauptversammlung nicht mehr kandidierte, stand dessen Vorgänger, Wolfgang Tritschler vom RSV Niederhof, als Wahlleiter vor der kniffligen Aufgabe, vakante Ämter zu besetzen.

Dabei kam dem Ehrenbezirksvorsitzenden aber nicht nur Peter Schlageter mit dem Vorschlag, Mountainbiker Tim Meier für ein Jahr zu wählen, zu Hilfe. Dank Tritschlers Überredungskunst macht Schriftführer Walter Stritt (RSV Grimmelshofen) doch weiter, statt nach 23 Amtsjahren seinen angedachten Rückzug umzusetzen, und Jugendleiter Philipp Egle übernahm von Michael Schell den Posten des Fachwarts für Freizeitsport.

Dabei wäre es kein Hexenwerk, den Bezirk mit 18 Vereinen zu führen. Nahezu alle Fachwarte hatten Erfolgsmeldungen in ihren Jahresberichten. Im Rennsport erwähnte Adrian Fingerlin nicht nur die Erfolge von ProTour-Profi Nico Denz (VBC Waldshut-Tiengen). Bei den Radballern ist Stefan Schubach besonders stolz, dass erstmals drei Teams bei deutschen Meisterschaften spielten. Kimi Schrott/Jonathan Kranz (U 13) und Mika Schrott/Lukas Stocker (U 15) vom RSV Wallbach verpassten knapp die Medaillen, Marc Huber/Moritz Schubach (U 17/RSV Öflingen) kamen zu Silber.

Dürftiger Besuch: Nur zehn der 18 Vereine waren anwesend

In seinem letzten Bericht als Kunstrad-Fachwart geriet auch Andreas Maier ins Schwärmen: "Landesmeister, Junior Masters, deutscher Meister, Europameister – mehr geht nicht", hob der Dogerner, der sein Amt nach 18 Jahren an Vereinskamerad und Kampfrichter Daniel Oberst (23/beide RSV Dogern) weitergab, vor allem die Juniorinnen Anika Papok und Anna-Sophia von Schneyder (RV Lottstetten) heraus. Maier, der sich künftig verstärkt der nationalen und internationalen Aus- und Weiterbildung von Kampfrichtern – unter anderem in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Ukraine – widmet, sieht bei dem Duo kein Ende des Erfolgsweges: "Wir dürfen gespannt sein, was die beiden Mädchen dieses Jahr leisten. So etwas gab es bei uns seit Jahrzehnten nicht."

So gesehen, übernimmt Tim Meier ein kleines, aber feines und gut bestelltes Feld. Zumal er als Mountainbike-Fachwart ebenfalls Top-Leistungen meldete: "Das beginnt beim VBC Waldshut-Tiengen mit Silja und Tobias Senn sowie Lukas Kornberger, geht weiter mit Lars Reiniger und Miriam Oeschger und endet in Rheinfelden mit den Geschwistern Miron und Finja Lipp, die den deutschen U-17-Meistertitel holte."

Der Blick auf die Details aber begründet die Vorsicht des 20-Jährigen bei der Annahme seiner einstimmigen Wahl. So schaffte es aus dem Feld der Vereine mit Bikern nur der VBC Waldshut-Tiengen, Infos für den Jahresbericht zu schicken. Ein weiterer Umstand, der das offensichtlich magere Interesse der Vereine an der Arbeit seiner Vertreter im Bezirksvorstand unterstreicht, war die bittere Tatsache, dass lediglich zehn der 18 Vereine in Dogern am Tisch saßen. Es klemmt aber offensichtlich auch nach oben, in Richtung Badischer Radsportverband (BRV). Jugendleiter Philipp Egle monierte, dass Zuschüsse aus 2018 – es geht um 150 Euro – noch nicht geflossen seien, und Ralf Bär (RSV Rheinfelden) empfahl dem anwesenden Präsidenten Herbert Jacob einen Blick auf die BRV-Internetseite: "Der Link, um Ehrungen zu melden, funktioniert nicht." Jacob versprach Abhilfe, sah die ausstehenden Gelder in personellen Änderungen begründet. Andererseits bat er die Vereinsvertreter um Unterstützung für Jennifer Schweizer vom RSV Herten: "Die Doppelbelastung ist enorm. Helft ihr bitte." Schweizer ist nicht nur Referentin Kunstrad, sondern auch Vizepräsidentin Hallenradsport.

So scheint Tim Meier gut beraten, sich an der Seite des 2019 gewählten und sehr engagiert wirkenden Vize-Vorsitzenden Peter Schlageter, mit Bedacht an die Führungsarbeit heranzutasten. In einem Jahr stehen beide Führungskräfte erneut zur Wahl und erhoffen sich dann entsprechende Wertschätzung ihrer Tätigkeit – durch die Vereine und den BRV.

Peter Rogge, der Wolfgang Tritschler vor vier Jahren ablöste, bleibt dem Vorstand der Bezirksradsportler als bewährter Fachwart fürs Korsofahren erhalten. Tim Meier wird parallel auch das vor zwei Jahren übernommene Amt als Fachwart Mountainbike weiterführen. Eine Doppelfunktion tritt künftig auch Jugendleiter Philipp Egle vom RSV Bad Säckingen an. Er löst den bisherigen Fachwart für Freizeitsport, Michael Schell vom RSV Rheinfelden ab.

Info: Wieder gewählt wurde Fachwart Adrian Fingerlin (Rennsport). Die 2019 gewählten zweiten Vorsitzenden Peter Schlageter und Kassierer Uwe Zamecnik (beide VBC Waldshut-Tiengen) sowie Fachwart Stefan Schubach (Radball/RSV Öflingen) vervollständigen den Bezirksvorstand.