Räder und Reifen

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Von dpa

Mi, 03. März 2021

Auto & Mobilität

Individualisierungen müssen rechtlich sauber sein.

Der Trend zur Individualisierung des eigenen Fahrzeugs ist laut Dekra ungebrochen. Wichtige Bauteile, an denen immer wieder gerne Veränderungen gegenüber dem Serienzustand vorgenommen werden, sind Reifen und Räder. Aber welche Änderungen sind hier erlaubt und worauf muss man als Fahrzeughalter achten? "In der EG-Typgenehmigung werden für jedes Fahrzeug die serienmäßigen beziehungsweise freigegebenen Rad- und Reifengrößen genannt", sagt Christian Koch als Dekra-Sachverständiger für Reifen und Räder.

Die beim Neuwagenverkauf ausgehändigten CoC-Papiere (Certificate of Conformity) führen diese Kombinationen in der Regel auf. Eine Umrüstung der Räder und Reifen im Bereich der originalen Serienbereifung kann daher ohne weitere Prüfung erfolgen. Diese CoC-Papiere lassen sich auch nachträglich beim Hersteller besorgen.

Aber es gibt ja zahllose Fremdhersteller von Rädern. Die lassen bestimmte Kombinationen auf ihre Verwendbarkeit für unterschiedliche Fahrzeugmodelle sowie auf die Dauerfestigkeit prüfen. Dafür beantragen sie dann ein Teilegutachten (TGA) oder eine entsprechende Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Die dabei genannten, für das jeweilige Automodell erlaubten Felgen können die Felgenkäufer dann fahren.

Allerdings kann eine sogenannte Änderungsabnahme bei einer Prüfstelle nötig werden. Dabei lassen sich die Prüfer ABE oder TGA vorlegen und schauen, ob die Räder ordnungsgemäß verbaut wurden. "Bei einer Umrüstung müssen das Fahrwerk und die Bremsanlage des Fahrzeugs dem Serienzustand entsprechen", gibt Dekra-Reifenexperte Koch zu bedenken. Die danach ausgehändigten Papiere der Abnahme sind stets mitzuführen.

Bei zusätzlichen Veränderungen, beispielsweise durch Tieferlegungen oder Spurverbreiterungen, ist die Zulässigkeit entweder durch Angaben im Prüfbericht oder durch sogenannte Freigängigkeits- und Fahrversuche zu klären, erklärt der Dekra-Sachverständige. Erforderlich ist dann auf jeden Fall eine Begutachtung bei einer Technischen Prüfstelle oder durch den Technischen Dienst einer Überwachungsorganisation im Rahmen einer Einzelabnahme.

Grundsätzlich sollte man beachten: Je größer die Rad- und Reifenkombination wird und je weiter die Einpresstiefe des Rades von der Serie abweicht, desto mehr Auflagen in Form von Modifikationen am Fahrzeug wie beispielsweise Radhausverbreiterungen oder zumindest Radlaufabdeckungen sind in der Regel notwendig. Bei erheblichen Änderungen empfiehlt es sich, eine Fahrwerksvermessung und gegebenenfalls Neueinstellung durchführen zu lassen.