Ausstellung

Im Museum.BL sind rätselhafte Hörner aus der Bronzezeit zu sehen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 10. August 2020 um 14:58 Uhr

Liestal

Das Museum beleuchtet in einer Gemeinschaftsausstellung das Thema Mondhörner. Diese gelten als gilt als typische Objekte der mitteleuropäischen Spätbronzezeit. Aber welche Funktion hatten sie?

Die Archäologen zerbrechen sich seit mehr als 160 Jahren den Kopf über Mondhörner. Das Museum.BL in Liestal (Kanton Baselland) hat sich in einer Kooperation mit weiteren Schweizer Museen nun auf die Spuren dieser geheimnisvollen Ton- oder Sandsteinobjekte begeben. Das Baselbieter Museum ist dabei die erste Station einer Wanderausstellung zu diesen "rätselhaften Kultobjekten der Spätbronzezeit", heißt es im Titel.

Das Mondhorn gilt als typisches Objekt der mitteleuropäischen Spätbronzezeit, also der Epoche zwischen 1300 und 800 vor Christi Geburt, teilte das Museum mit. Ihren Anfang nahm die Mondhornforschung in der Schweiz mit einem Fund von 1851 auf dem Ebersberg unweit von Berg am Irchel am Hochrhein im Kanon Zürich. Dieses Stück ist in der Ausstellung ebenso vertreten wie spektakuläre Neufunde der vergangenen Jahre wie in Boswil im Kanton Aargau auf dem Huebacher, am Rainweg in der Baselbieter Gemeinde Reinach oder im Äbnetwald in Cham-Oberwil im Kanton Zug. Auch von Fundstätten am Bieler See werden Mondhörner gezeigt.

Weder Nackenstützen, Firstziegel noch Feuerböcke

Die Bezeichnung der Fundstücke aus Ton oder Sandstein leiteten die Archäologen aus ihrer mondsichelartigen Form ab. Über den Verwendungszweck zerbricht sich die Wissenschaft aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts den Kopf. Mondhörner wurden vor allem in Siedlungen, seltener in Gräbern, Höhlen oder auf Anhöhen gefunden. Aus der Schweiz sind über 700 Stücke bekannt. Die meisten Mondhörner bestehen aus Ton, einzelne aus Sandstein. Es gibt Miniatur-Versionen, aber auch solche von beachtlicher Größe. Aber selbst nach über 160 Jahren Forschung bleiben die Objekte rätselhaft.

Mangels Überlieferungen ist weiterhin unklar, was sie in der Bronzezeit symbolisierten und wofür sie verwendet wurden. In der Form erinnern sie am ehesten an ein (Rinder-)Gehörn oder an eine Mondsichel. Angesichts der Fundzusammenhänge ist anzunehmen, dass die Mondhörner weder Nackenstützen, Firstziegel noch Feuerböcke waren. Letztlich bleibe nur die Deutung als Kultobjekt, heißt es in der Mitteilung des Museums.

Die Ausstellung, die Originalfunde aus der ganzen Schweiz bietet, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Museen Liestal, Frauenfeld, Lenzburg, Zug und Biel und wandert nach dem Start in Liestal weiter.
Ausstellung: Di - So, 10 - 17 Uhr. Bis 22. November. Museum BL, Liestal, Zeughausplatz 28, (freier Eintritt bis 6. September).