Neue Regeln

2020 gibt es viele Änderungen für Verkehrsteilnehmer

Stefan Woltereck

Von Stefan Woltereck

Do, 09. Januar 2020 um 00:27 Uhr

Auto & Mobilität

Mal eben das Auto auf den Gehweg stellen und Brötchen holen? Bisher ein Kavaliersdelikt! Doch im neuen Jahr 2020 wird manches anders. Zum Beispiel werden Blitzer-Apps auf Smartphones verboten.

Mal eben das Auto auf den Gehweg stellen und Brötchen holen? Im Halteverbot ein- oder aussteigen lassen, zum Beispiel vor Schule oder Bahnhof? Ist bisher ein Kavaliersdelikt – manchmal drückt das Auge des Gesetzes dieses auch mal zu, wenn man gleich wieder abfährt. Im neuen Jahr wird manches anders.

55 Euro werden dann angedroht für Halten in zweiter Reihe, für Parken auf Geh- und Radwegen. Bei Behinderung und Gefährdung werden sogar 70 Euro fällig plus ein Punkt in Flensburg. Rauchen im Fahrzeug soll bis zu 3000 Euro Strafe kosten, wenn Kinder oder Schwangere an Bord sind.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Unter besonderem Schutz stehen Radfahrer. Grünpfeile sollen ihnen Rechtsabbiegen bei roter Ampel gestatten. Städte können außer Fußgängerzonen auch solche für Fahrräder ausweisen, Höchsttempo 30. Lastwagen (ab 3,5 t) dürfen im Ort beim Rechtsabbiegen nur Schritttempo fahren, mit Anhänger müssen sie Blinker im Seitenspiegel und Abbiege-Assistenten haben.

Kraftfahrzeuge müssen beim Überholen von Radlern im Ort 1,5 Meter Mindestabstand einhalten, außerorts sogar zwei Meter. Gilt auch für Fußgänger und E-Scooter. Für Lastenräder sollen Parkflächen ausgewiesen werden. Ein neues Schild kann das Überholen auch von Zweirädern verbieten. Nebeneinanderfahren zu zweit ist nach wie vor erlaubt – wenn der übrige Verkehr dadurch nicht behindert wird. Im Stau keine Rettungsgasse zu bilden kostet bis zu 300 Euro, einen Monat Fahrverbot und neu zusätzlich zwei Punkte.

Mehr Parkraum für Car-Sharing

Busstreifen können künftig für Personenwagen freigegeben werden, wenn diese nach amerikanischem Vorbild mindestens mit drei Personen besetzt sind. Ausgewiesen sind diese Streifen mit einem neuen Schild, das drei Personen im Auto zeigt. Professionelles Car-Sharing soll durch bevorrechtigtes Parken (mit Ausweis) erleichtert werden.

Blitzer-Apps auf Smartphones werden verboten wie auch Navis mit solchen Warnungen. Radarwarner waren es bisher schon. Wer mit solchen Geräten erwischt wird, bekommt 75 Euro aufgebrummt und einen Flensburg-Punkt.

Neue Bezeichnungen beim Sprit

Freuen dürfen sich Fahrschüler: Auch beim Unterricht mit Getriebeautomatik dürfen sie künftig Autos mit Kupplung und Schalthebel fahren – wenn auch damit Stunden absolviert wurden.

An den Tankstellen (und bei neuen Autos in den Tankdeckeln) gibt es europaweit neue Bezeichnungen. Super 95 wird zu E5, Super E10 zu E10 in einem jeweils runden Schild. Bei Dieselkraftstoffen in eckigem Schild nennt die Zahl den Anteil an Biodiesel, Gase sind mit einem Rhombus gekennzeichnet (LPG, CNG).

Etliche Änderungen betreffen auch die Autos selbst. Ab Jahresende 2020 müssen Neuwagen ein Radio haben, das auch digitale Sender (DAB+) empfängt. Für neu auf den Markt kommende Modelle gelten strengere NOx- Grenzwerte, ab 1.1. 2021 müssen alle neu verkauften Modelle die schärfste Abgasnorm Euro 6d einhalten.

Kraftstoffverbrauch kontrollieren

Seit Jahresbeginn 2020 müssen dazu alle neu zugelassenen Autos ein "On-Board Fuel Consumption Meter" haben, das den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch aufzeichnet. Der Gesetzgeber will damit den realen Durst kontrollieren (und bei allzu großen Abweichungen vom Normverbrauch einschreiten).

Künftig werden bei der HU vermutlich mehr Probanden durchfallen, weil (wieder) die realen Emissionen am Auspuff gemessen werden. Auslesen der gespeicherten Werte über den OBD-Stecker genügt nicht mehr.

Die Urlaubsfahrt in unsere Nachbarländer wird teurer. Die Jahresvignette in der Schweiz kostet währungsbedingt jetzt 38 Euro statt bisher 36,50. Österreich erhöht die Preise für die "Pickerl" um etwa zwei Prozent. Dafür entfällt die Maut auf einigen von Deutschen viel genutzten Autobahnstücken in Grenznähe. Und in Italien dürfen für Kleinkinder bis vier Jahren nur noch Sitze mit Alarmfunktion verwendet werden. Sie soll verhindern, dass Kinder im Auto vergessen werden, wichtig vor allem bei Hitze. Gilt zunächst nur für in Italien zugelassene Fahrzeuge.