Seilforschung

Wie lange hält ein Seil, bis es reißt?

Andreas Frey

Von Andreas Frey

Sa, 12. Februar 2011

Bildung & Wissen

Wie lange hält ein Seil, wann reißt es? Dazu gibt es keine Formel, nur das Experiment. Unterwegs mit Seilforschern.

Seile fristen ein undankbares Dasein. Sie heben Frachten, tragen Brücken, befördern Menschen – aber keiner nimmt Notiz davon. Seile haben zu funktionieren, jederzeit. Dass aber auch sie altern, kränkeln und leiden, merken wir erst, wenn alle Stricke reißen. Doch dann ist es zu spät.

Zum Glück ist der Beißer im James-Bond-Film "Moonraker" reine Fiktion. Im Kampf mit 007 schreckt der Gegenspieler nicht einmal vor einem Stahlseil zurück und durchtrennt es mit einem Biss. Die Seilbahn am Zuckerhut in Rio de Janeiro stürzt darauf in die Tiefe.

Wie Seile in Wirklichkeit halten oder reißen, das ergründen Seilforscher wie Oliver Reinelt. Von Stuttgart aus reist er in die Welt, um Hängebrücken und Seilbahnen unter die Lupe zu nehmen. Sein Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT) der Universität Stuttgart ist weltweit führend. Ein Dutzend Ingenieure arbeitet hier an einer Formel, um das Rätsel des Seils endlich zu lösen. Denn wie lange es hält und welche Faktoren seinen Verfall beschleunigen, das versteht man bis heute nur ansatzweise.

Seilforschung kann aufregend sein. Reinelt baumelt an Brücken, klettert über Kräne oder klemmt sich an Seilbahnen. Er ist lieber draußen als im Büro; an diesem Wintertag inspiziert er die Nebelhornbahn bei Oberstdorf. In Deutschland schreibt es das Gesetz vor, dass Seilbahnen zweimal pro Jahr überprüft werden. Das IFT betreut Hunderte von Anlagen.
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