Daisy Duck auf Sendung

Michael Heilemann

Von Michael Heilemann

Sa, 16. Februar 2019

Südwest

BZ-Plus Übers Handynetz und demnächst auch aus dem All: Wie Ornithologen am Bodensee die Wanderwege der Zugvögel auskundschaften /.

Seinen hellblauen Overall hätte Wolfgang Fiedler gar nicht überziehen müssen. Denn an diesem frühen Morgen herrscht Ruhe im Teich vor dem Wasserschloss Möggingen, das direkt neben dem Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell liegt. Sonst geht es lebhafter zu, wenn Fiedler mit einem Kescher Stockenten aus der Schwimmfalle fischt, die sich, vom ausgelegten Futter angelockt, hier gefangen haben. Dann bekommt der Ornithologe frühmorgens schon eine eiskalte Dusche ab. Nicht so angenehm bei minus zwei Grad.

Die Enten, deren saisonale Wanderungen der Wissenschaftler studiert, halten sich normalerweise am Bodensee auf. Auf dem offenen Gewässer sind sie vor den Habichten sicher. Aber einige fliegen nachts immer wieder die paar Kilometer hoch zu den Burggräben des Schlosses, die sich mit Wasser gefüllt haben – "das scheint eine Art Tradition geworden zu sein", sagt Fiedler, "die Vögel gucken das voneinander ab".

In diesen ersten Februartagen schlüpft Wolfgang Fiedler jeden Morgen in seinen Overall. Denn sobald es wärmer wird, verabschieden sich die Entenvögel. Die Wintergäste am Bodensee brechen auf zu ihren Brutstätten in Nordosteuropa. Bis dahin muss der Wissenschaftler möglichst viele erwischen – und ihnen einen Sender um den Leib binden, der via Mobilfunk Daten schickt. Die "Besenderung", wie es im Fachjargon heißt, ist ein gängiges Verfahren in der Tierforschung – sozusagen die Hightechvariante des alten Vogelrings.

Die Geräte verschicken GPS-Daten und andere von Sensoren gemessenen Werte, die auf die Aktivität der Vögel schließen lassen. Die Wissenschaft erfährt dann, welche Route sie nehmen, wie hoch ...

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