Italien

Wurde der Nikolaus gekidnappt?    

Stephan Brünjes

Von Stephan Brünjes

Fr, 29. November 2019 um 21:47 Uhr

Reise

BZ-Plus Mit allen heiligen Wassern gewaschen: Im italienischen Küstenort Bari liegen angeblich die gekidnappten Gebeine des Bischofs von Myra.

Da ist er: Übergroß wacht der Nikolaus an der Bushaltestelle hinter den Wartenden, zwei Finger gespreizt zum Victory-Zeichen. Oder doch den Segen spendend? Und da schon wieder: Seine Heiligenbildchen prangen blumenumkränzt über Torbögen in der Altstadt. Da: Als Pixel-Puzzle ist der Nikolaus in einem Mosaik verewigt, und – ja – die bei uns in der Vorweihnachtszeit so beliebten Klettermaxe-Nikoläuse klammern sich auch im süditalienischen Bari an die von den Fassaden herunterbaumelnden Lichterketten-Lianen. Es ist wie beim Hase-und-Igel-Spiel: Wo immer man in den engen Gassen der Altstadt um die Ecke biegt – der Nikolaus ist schon da, in stets neuen Verkleidungen und Kopien.
Aber wo wohnt nun das Original? Sein Heim, eine romanische Basilika am Rande der Altstadt ist etwas schmucklos, sie musste ja fix errichtet werden, damals im Frühjahr 1087, weil Nikolaus doch eher überraschend nach Bari kam. Genauer gesagt, das was von ihm übrig war – seine Gebeine. Per Schiff kamen sie am Hafen an, tollkühn entführt aus der heutigen Türkei, nahe dem Badeort Antalya. 62 Kaufleute und Matrosen aus Bari waren dorthin aufgebrochen, weil sie in ihrer italienischen Adriastadt, damals eine im Niedergang befindliche Handelsmetropole, befürchteten – nun ja – touristisch ins Hintertreffen zu geraten: Venedig lockte zahlungskräftige Pilger mit seinem heiligen Marcus, Salerno mit dem Apostel Matthäus und Genua mit den Gebeinen Johannes, des Täufers. Um ebenfalls reichlich gläubige und zahlungskräftige Übernachtungsgäste anzuziehen, ...

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