Den Himmel beobachten

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Sa, 21. November 2020

Zisch-Texte

ZISCH-INTERVIEW mit Hobby-Astronom Heinz Kieczka über Sterne, Teleskope und Polarlichter.

Zisch-Reporterin Marie Kolberg aus der Klasse 4 der Franz-Xaver-Klingler-Schule in Wittnau hat ihren Großvater Heinz Kieczka interviewt. Er ist Hobby-Astronom und beschäftigt sich mit den Sternen und dem Weltraum. Für sein Hobby ist er in viele ferne Länder gereist, um den besten Sternenhimmel und die größten Teleskope zu sehen.

Zisch: Warum ist Astronomie dein Hobby?
Kieczka: Man muss nur nachts ins Freie gehen und sich einen geeigneten Beobachtungsort suchen, an dem es dunkel ist und wo keine Straßenbeleuchtung oder vorbeifahrende Autos stören. Und dann muss man nur noch den Blick nach oben richten und die Sternenpracht bestaunen: ein wirklich schönes Erlebnis! Und wenn man Glück hat, kann man sogar die Milchstraße sehen, unsere Heimatgalaxie. Manche Sternbilder sind so bekannt und leicht zu finden, dass auch Nicht-Hobbyastronomen sie schnell erkennen können, zum Beispiel der Große Wagen, der ganzjährig zu sehen ist, oder das wunderschöne Wintersternbild Orion. Darüber hinaus ist die Astronomie ein faszinierendes Forschungsthema, in dem es ständig neue, auch überraschende, Entdeckungen und Forschungsergebnisse gibt.
Zisch: Wie bist du dazu gekommen?
Kieczka: Ich habe mich bereits als Abiturient für dieses Thema interessiert und bin regelmäßig ins Planetarium oder in Sternwarten gegangen.
Zisch: Was ist Astronomie überhaupt?
Kieczka: Astronomie ist eine mehrere tausend Jahre alte Wissenschaft. Sie beschäftigt sich mit allem, was man am Himmel beobachten kann: unserer Sonne und ihren Planeten und all dem, was in unserer näheren Umgebung passiert, auch für Kometen oder Asteroiden. Mit Hilfe von Teleskopen und Forschungssatelliten wird die Milchstraße erforscht, zum Beispiel die Vorgänge, die zur Entstehung neuer Sterne führen, aber auch zum Lebensende alter Sterne. Die Milchstraße beherbergt mehrere hundert Milliarden von Sternen. Darüber hinaus gibt es weitere Galaxien. Man geht davon aus, dass es ebenfalls mehrere Milliarden davon gibt. Es gibt also unvorstellbar viele Sterne im Universum. Und viele dieser Sterne sind von Planeten umgeben.
Zisch: Was interessiert dich an deinem Hobby am meisten?
Kieczka: Eigentlich interessiert mich das gesamte Spektrum der Astronomie: neue wissenschaftliche Erkenntnisse über unsere Welt und das Universum, aber auch die apparative Ausrüstung zur Erforschung des Universums mit Teleskopen und Satelliten. Was ich nicht betreibe, ist die systematische optische Durchmusterung des Sternenhimmels über uns: Ich kann mir die vielen Sternbilder und Fixsterne einfach nicht alle merken, bis auf einige wenige Ausnahmen.
Zisch: Hast du eine besondere Ausrüstung?
Kieczka: Sie ist sehr bescheiden: Ein eigenes Amateurteleskop habe ich nicht (mehr). An meinem Wohnort und der näheren Umgebung gibt es keine geeigneten Plätze, um genussvoll zu beobachten. Allerdings besitze ich einen aufwendigen "Astronomie-Feldstecher", der die optische Wahrnehmung des Sternenhimmels erheblich erweitert.
Zisch: Was war das Beeindruckendste, was du als Astronom erlebt hast?
Kieczka: Die Beobachtung der Milchstraße war in Namibia, in der dortigen nächtlichen Finsternis abseits jeglicher störender Lichtquellen, ein unvergessliches Erlebnis. Aber auch die Besichtigung der weltweit stärksten erdgebundenen Teleskope, die die Europäische Weltraumorganisation ESA zum Beispiel in Chile betreibt, wie das "Very Large Telescope" VLT auf 2600 Meter Höhe.
Zisch: Was möchtest du mit deinem Hobby noch erleben und sehen?
Kieczka: Ich habe noch nie Polarlichter live erlebt. Die würde ich gerne mal in Nord-Skandinavien im Winter sehen.