Serie: Fluchtpunkt

Roadtrip Milchstraße

Birgit-Cathrin Duval,

Von Birgit-Cathrin Duval &

Sa, 03. August 2019

Reise

Ich liebe Roadtrips! Auf vier Rädern unterwegs auf abenteuerlichen Straßen, sei es der Dempster Highway im Yukon, der Alaska Highway oder eine Alpen-Passfahrt über die alte Gotthard-Straße. Nur eine Straße bleibt mir verwehrt, auf der kann ich nicht fahren, nur sie bewundern. In klaren und mondlosen Nächten, an dunklen Orten, die frei sind von Lichtverschmutzung, zeigt sich die Milchstraße in all ihrer Pracht. Den alten Griechen zufolge war es der Göttersohn Herakles, der an Heras Brust derart heftig saugte, dass sie ihn von sich stieß und dabei einen Strahl göttlicher Milch über das Firmament kleckerte. Galileo Galilei entdeckte 1609 beim Blick durchs Fernrohr, dass es sich bei dem weißlichen Himmelsband um Sterne handelte. Es besteht aus 100 bis 300 Milliarden Sternen, mit bloßem Auge sind am Nachthimmel nur 6000 davon zu sehen. Apropos Roadtrip: Auch unsere Erde holpert durchs Weltall. Zusammen mit unserem Sonnensystem rotiert sie einmal um das Milchstraßenzentrum. Und weil das in einer ziemlich unbedeutenden Ecke am Rande liegt, dauert die Umrundung halt ein bisschen – so um die 220 Millionen Jahre. Jetzt im Juli und August ist die Milchstraße am besten zu sehen. Und ein Blick hinauf zeigt: Wie winzig wir doch sind!