Sandner: "Das geht in eine positive Richtung"

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Mi, 10. Juni 2020

Schwenningen Wild Wings

Die Schwenninger Wild Wings basteln am 25-prozentigen Gehaltsverzicht der Spieler, den die DEL für die kommende Saison zur Lizenzauflage gemacht hat.

. Die Schwenninger Wild Wings scheinen auf einem guten Weg zu sein, alle Hürden zu nehmen, damit in der kommenden DEL-Saison wieder Eishockey in der Helios-Arena gespielt werden kann. Sie sind allerdings noch dabei, verschiedene Hürden zu nehmen.

Dem Vernehmen nach sind die Wild Wings zuversichtlich, dass die Spieler den 25-prozentigen Gehaltsverzicht, den die DEL zur Lizenzauflage gemacht hat, akzeptieren. Vollzug in dieser Sache haben bislang jedoch nur die Fischtown Pinguins Bremerhaven, die Augsburger Panther, die Iserlohn Roosters und die Grizzlys Wolfsburg gemeldet. Es erscheint durchaus möglich, dass auch in Schwenningen in den nächsten Tagen alle Spieler unterschreiben. Wild-Wings-Geschäftsführer Christoph Sandner zum Thema Gehaltsverzicht: "Wir sind da dran. Das geht in eine positive Richtung." Übrigens würden laut Sandner in Schwenningen nicht nur die Spieler, sondern alle Mitarbeiter, also auch Trainer und Geschäftsführer, auf zunächst einmal 25 Prozent ihres Gehaltes verzichten.

Auch Eishockeyklubs sollen vom Bund unterstützt werden

Weiter unklar ist, in welcher Form die deutschen Profi-Eishockey-Klubs Corona-Hilfen vom Bund erhalten. Die Bundesregierung hat in einem 130 Milliarden schweren Konjunkturpaket auch Hilfsgelder für die Profiligen im Eishockey, Basketball, Handball und Volleyball zugesagt. Es wurde allerdings auch über eine Deckelung der Hilfen pro Klub auf 150000 Euro berichtet. Dieser Betrag wäre für die DEL-Klubs nicht der große Rettungsanker. Sandner: "Wir müssen da abwarten, gerade wenn die Summen gedeckelt und an Umsätze des Vorjahres geknüpft werden, wäre dies für uns sehr schwierig."

Den Nürnberg Ice Tigers gelang unterdessen ein Sponsoren-Coup: Die Firma NCP Engineering GmbH wird drei Jahre lang pro Saison 1,3 Millionen Euro den Franken bezahlen. Der neue Hauptsponsor der Tigers, der in Röthenbach an der Pegnitz (einem Vorort von Nürnberg) angesiedelt ist, trat in den vergangenen Jahren als Sponsor des inzwischen eingestellten WTA-Tennisturniers in Nürnberg in Erscheinung. Sandner über den Coup seines Ex-Klubs Nürnberg: "Ich habe NCP-Firmengründer Peter Sölln damals zu den Ice Tigers gebracht. Trotzdem glaube ich nicht, dass dies in Nürnberg alle Probleme löst. Für den Standort Nürnberg wird es sehr schwer, das wegfallende Engagement des bisherigen Hauptsponsors Thomas Sabo zu kompensieren." In Schwenningen sei momentan kein solcher neuer Großsponsor in Sicht. Der Geschäftsführer: "Wir müssen uns in erster Linie mal sportlich stabilisieren, um attraktiver zu werden."

Offiziell ist noch bis zum 1. Juli Transferstopp in der DEL. Dennoch macht das Gerücht die Runde, dass Stürmer Leon Niederberger von der Düsseldorfer EG an den Neckarursprung wechselt. Der Wechsel wäre naheliegend, schließlich gilt Niederberger als Schützling des neuen sportlichen Leiters in Schwenningen, Christof Kreutzer. Nach Informationen unserer Zeitung will Niederberger tatsächlich Düsseldorf verlassen, eine Einigung mit den Wild Wings gibt es zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht. Sandner hatte den Namen Leon Niederberger am Montag gar nicht auf den Schirm. "Der ist doch nach Berlin gewechselt", dachte der Wild-Wings-Geschäftsführer eher an dessen Bruder, Torwart Mathias Niederberger, der von der Düsseldorfer EG zu den Eisbären Berlin geht.

Der 25-prozentige Gehaltsverzicht könnte freilich auch bedeuten, dass die DEL sportlich noch einmal schwächer wird. So mussten die Adler Mannheim ihren Topscorer Borna Rendulic ziehen lassen. Der Kroate wird mit der schwedischen Liga in Verbindung gebracht, in der er mehr verdienen soll. Sandner: "Das glaube ich nicht, dass die DEL sportlich schwächer wird. Prinzipiell tut ein reinigender Gehaltsprozess der Liga gut. Ich gehe aber davon aus, dass die Mannheimer das Gehalt, das sie für Rendulic einsparen, auch wieder in einen guten Mann investieren."

Trikot von Brückner für 1004 Euro versteigert

Heiß begehrt waren die roten Original-Spielertrikots der Wild Wings aus der vergangenen Saison, die auf Ebay versteigert wurden. Die roten Jerseys brachten 8100 Euro ein. Der Gesamterlös fließt an die Wild Wings Future. Fünf Spieler knackten mit ihren Trikots die 500-Euro-Marke. Das Trikot des im Oktober geschassten Torjägers Jamie MacQueen mit der "95" brachte 509 Euro ein. Auf Rang vier landete sein kanadischer Landsmann Colby Rolbak. Die Nummer "4" des Verteidigers brachte es auf 604 Euro. Rang drei ging an den schwedischen Angreifer Andreas Thuresson, der mit der "36" auf 671 Euro kam. Knapp davor Boaz Bassen. Der Leibchen des Jungstars mit der "64", das lange Zeit am höchsten gehandelt wurde, brachte 693 Euro ein. Am beliebtesten war jedoch das Trikot von Verteidiger-Routinier Benedikt Brückner. Dessen "6" brachte es auf 1004 Euro.

Der Umbau der Helios-Arena läuft laut Volker Koch (Firma BFU) weiter nach Plan. Derweil sind Wild-Wings-Mundschutzmasken eingetroffen. Wir gehen ab Montag in den Verkauf", verrät Sandner.