Schachmann geht in Imola leer aus

dpa

Von dpa

Mo, 28. September 2020

Radsport

Beim WM-Sieg des Franzosen Alaphilippe am Ende Neunter.

Abgekämpft erreichte Maximilian Schachmann nach einer brutalen Kletterpartie das "Autodromo Enzo e Dino Ferrari", die erste WM-Nullnummer im deutschen Radsport seit der Wiedervereinigung war aber nicht mehr abzuwenden. 43 Tage nach seinem Schlüsselbeinbruch und einer kräftezehrenden Tour de France waren für den Berliner die Medaillen bei der Straßenrad-WM in Imola außer Reichweite, stattdessen holte sich am Sonntag der französische Star Julian Alaphilippe den WM-Titel. Der frühere Mailand-Sanremo-Champion siegte nach 258,2 Kilometern mit 5000 Höhenmetern vor dem Belgier Wout van Aert und dem Schweizer Marc Hirschi.

Schachmann kämpfte an den giftigen Anstiegen Gallisterna und Mazzolano um jeden Zentimeter, doch bei der letzten bis zu 14 Prozent steilen Rampe musste der 26-Jährige abreißen lassen. Als Neunter erreichte er mit 53 Sekunden Rückstand das Ziel. Mit einer seiner überfallartigen Attacken setzte sich Alaphilippe von der Konkurrenz ab und stürmte im Alleingang zum Sieg auf der Rennstrecke. Noch in der letzten Tour-Woche schien beim Franzosen die Luft raus – womöglich ein kluger Schachzug, holte er doch nun den ersten französischen WM-Titel seit Laurent Borochard 1997 und trat die Nachfolge des Dänen Mads Pedersen an.

Deutschland muss dagegen weiter auf einen Nachfolger von Rudi Altig seit dessen Erfolg 1966 warten. Dafür war die Mannschaft aber auch zu schwach, fehlten doch einige Leistungsträger. Nicht eine einzige Medaille gab es an den vier Wettkampftagen. Der Freiburger Simon Geschke wurde am Sonntag 17. mit 1:34 Minuten Rückstand auf Alaphilippe.