Nach dem Schlaganfall

Schritt für Schritt zur Normalität zurück

Alina Baumgartner, Scheffel-Gymnasium Bad Säckingen

Von Alina Baumgartner & Scheffel-Gymnasium Bad Säckingen

Fr, 24. Mai 2013 um 10:18 Uhr

Schülertexte

Die Geschichte einer sehr starken Frau mit einem schweren Schicksal, die unheimlich viel Kraft und Stärke bewiesen hat

Vorsichtig und noch ein wenig unsicher läuft sie in die Küche. Das Aufstehen kostet noch viel Mühe und Anstrengung. Doch sie macht Fortschritte. Sie kann vieles wieder alleine und ohne Hilfe – bügeln, kochen, waschen. Sie braucht viel Geduld, aber sie lächelt. Keiner hätte je gedacht, dass es alles einmal so kommen würde. Die Rede ist von Rita Bächle. Eine 67-jährige Frau aus Harpolingen. Mit einer unglaublichen Geschichte.

Es begann alles vor drei Jahren. Die Rentnerin duschte und rutschte aus. Sie stieß sich den Kopf. Nichts besonders Schlimmes, sie hielt sich den Kopf kurz und duschte dann weiter. Nichts ungewöhnliches – denkt man. Auch Rita dachte nicht mehr daran und vergaß es.
"Dieser eine Tag veränderte mein Leben total"

Die darauffolgenden Wochen hatte Rita immer wieder Kopfschmerzen. Als diese nicht besser wurden, ging sie zum Arzt. Er behandelte sie daraufhin auf Migräne und gab ihr ein Schmerzmittel. Sie war froh, dass der Arzt ihr helfen konnte und hoffte auf eine schnelle Besserung. Doch ihre Kopfschmerzen wurden nicht besser. Sie ging zu ihrer Nichte und erzählte ihr davon. Ihrer Nichte kam das alles sehr komisch vor und sie fragte Rita, ob vielleicht irgendetwas passiert war, das etwas mit ihren Schmerzen zu tun haben könnte. Da fiel Rita der Zwischenfall im Bad wieder ein und sie erzählte ihrer Nichte davon. Und noch etwas Ungewöhnliches passierte: Manchmal, wenn Rita lief, verlor sie die Kontrolle über ihr linkes Bein und es dauerte kurz, bis sie wieder normal weiter laufen konnte. Es war dadurch sogar schon mal zu einem Sturz gekommen. Es wurde klar, dass das Schmerzmittel für Migräne nichts half, da Rita wahrscheinlich gar keine Migräne hatte. Ihre Nichte fuhr mit ihr noch einmal zum Arzt. Nach längerem Hin und Her entschied der Arzt, Rita zu einem Neurologen zu überweisen, um eine Computertomographie zu machen.

Schnell war klar, dass Rita definitiv keine Migräne hatte und falsch behandelt wurde. Der Aufprall mit dem Kopf an der Dusche hatte eine Hirnblutung ausgelöst und das hing auch mit ihrem Bein zusammen. Der Neurologe schickte sie sofort nach Freiburg in die Uniklinik.

In der Klinik wurde sie operiert, um so schnell wie möglich die Hirnblutung zu entfernen. Doch die OP lief nicht so glatt, wie man es sich erhofft hatte. Die Ärzte trafen die Blutung nicht richtig, was dazu führte, dass Blut ins Gehirn floss. Dadurch wurde ein Schlaganfall ausgelöst. Und es kam noch schlimmer: Durch den Schlaganfall hatte Rita eine halbseitige Lähmung. Sie konnte ihre gesamte linke Körperhälfte nicht mehr bewegen. Der Arm und das Bein waren gelähmt.
" Es war ein so schlimmes Gefühl, meinen Körper, oder einen Teil meines Körpers nicht mehr zu spüren."

Eine schwierige und sehr anstrengende Zeit folgte. Nachdem eine lange Zeit nicht sicher war, ob sie je wieder würde laufen können, spürte sie in der Rehaklinik eines Tages, dass sie ihren Zeh wieder bewegen konnte. "Das war der schönste Tag in meinem Leben: Als ich sah, dass ich meinen Zeh wieder bewegen konnte. Das gab mir Hoffnung", sagt Rita heute.
Sie war sechs Wochen in der Rehaklinik. Und sie hat es geschafft. Sie lernte wieder laufen und ihren Arm kann sie auch wieder bewegen. Sie bekommt immer noch Ergotherapie und Krankengymnastik. Aber sie kann wieder gehen. Und viele Sachen alleine machen. Sie ist wieder glücklich.