Schritt für Schritt zurück ins Leben

Anita Fertl

Von Anita Fertl

Sa, 11. März 2017

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Anzeige Der Casa-Intensivpflegedienst baut sein Angebot für Patienten aus und möchte künftig weitere Mitarbeiter einstellen / Neue Filiale in Offenburg.

enn eine Krankheit oder ein Unfall das bisherige Leben aus den Angeln hebt, sind es Serviceleistungen bestimmter Dienstleister, die den Betroffenen ein Stück Sicherheit zurückgeben: Die Casa-Intensivpflegedienst GmbH übernimmt in solchen Fällen eine Eins-zu-eins-Versorgung bis zu 24 Stunden im Zuhause der Patienten – und hat seit 1. Februar neben dem Freiburger Standort nun auch eine Filiale in Offenburg eröffnet.

Sobald der Patient in der Klinik austherapiert und die Behandlung abgeschlossen ist, ermöglicht der Casa-Intensivpflegedienst ihnen den Weg zurück in das heimische Umfeld – so auch Dr. Steffen Sassie. Der einstige passionierte Radfahrer und Chefarzt leidet seit einer Erkrankung am Locked-In-Syndrom, ist körperlich fast komplett gelähmt, muss beatmet werden und kann nur über die Augen kommunizieren. Für ihn gibt es keine andere Alternative als den Intensivpflegedienst, diktiert er seiner Pflegefachkraft per Lidschlag. Heute kann sich der 51-Jährige über die vielen Menschen freuen, die er kennengelernt hat und über den wenigstens schluckweisen Genuss von Whiskey. Außerdem schreibt Sassie an seinen Memoiren – und sucht dafür einen Verlag. Rund 50 Patienten vom Säugling bis zum 90-Jährigen betreut das Team, begleitet Kinder und Jugendliche zur Schule oder versorgt alle Altersgruppen zu Hause. Dabei arbeitet Casa eng in Kooperation mit dem Sanitätshaus Schaub, Care-Cept, dem psychosozialen Dienst Dr. Silke Träbert und Resmed Healthcare zusammen. Das Einzugsgebiet reicht von Lörrach bis in die Ortenau – daher die neue Dienststelle in Offenburg in der Hauptstraße 20 entstanden: "Wir wollen vor Ort Ansprechpartner für Patienten und Mitarbeiter sein", begründet Gabriel Riske, gemeinsam mit Thomas Balzer Geschäftsführer der GmbH, den Grund für die räumliche Expansion. Anderthalb Jahre nach Gründung sind 110 Mitarbeiter für den Casa Intensivpflegedienst tätig, der vom Branchenprüfsystem als "Attraktiver Arbeitgeber Pflege 2016" zertifiziert ist. "Das hängt sicher auch damit zusammen, dass wir uns Zeit nehmen, um auf die Patienten einzugehen", sagt Riske.

Manche begleitet das Casa-Team ein Leben lang, andere bei ihrem Schritt zurück in ein weitestgehend normales Leben, bei dem sie nicht mehr auf die Hilfe des Dienstes angewiesen sind. "Für Mitarbeiter ist spannend, dass sie alle Schweregrade betreuen, Fortbildungen bekommen und im Intensivbereich zu Experten werden", sagt Riske. Geplant ist, die Zahl der Mitarbeiter auf 250 zu erhöhen.