Zischup-Interview mit Ringerin Anita Becherer

"Die Olympischen Spiele sind das Größte"

Felicitas Zehnle, Klasse R8b, Klosterschulen

Von Felicitas Zehnle, Klasse R8b, Klosterschulen (Offenburg)

Fr, 30. August 2019 um 00:00 Uhr

Schülertexte

Anita Becherer war als Ringerin zwei Mal bei den Olympischen Spielen. Heute trainiert sie Kinder. Ein Interview von Felicitas Zehnle aus der Klasse R8b der Klosterschulen Offenburg.

Zischup: Wie lange sind Sie schon Trainerin?
Becherer: Seit ungefähr fünf Jahren.
Zischup: Was ist die Aufgabe einer Trainerin?
Becherer: Die wichtigsten Aufgaben sind, die Kinder zum Sport zu motivieren, Ringergriffe und den Ringkampfsport beizubringen. Auch dass sich die Kinder an Regeln halten, gemeinsam trainieren, sich gegenseitig respektieren und Spaß haben, gehört zum Aufgabenfeld einer Trainerin.
Zischup: Welche Eigenschaften braucht man als Trainerin?
Becherer: Man muss selber ein gutes Vorbild sein. Pünktlichkeit und ein Auf-die-Kinder-Eingehen, so dass sie sich wohlfühlen und gern ins Training kommen, das sind alles wichtige Voraussetzungen.

Zischup: Wie viele Stunden trainiert man in der Woche?
Becherer: Beim Bambini-Training trainieren die 4 bis 6-Jährigen anderthalb Stunden in der Woche. Und wenn sie älter sind, trainieren sie zwei- bis dreimal die Woche auch anderthalb Stunden.
Zischup: Sind Sie als Trainerin oft unterwegs?
Becherer: Nein, als Bambini-Trainerin ist man weniger auf Turnieren, weil man erst ab sechs Jahre in Turnieren Ringen darf.
Zischup: Ist es anstrengend?
Becherer: Manchmal braucht man Geduld und gute Nerven, aber es macht sehr viel Spaß, den Kleinen was beizubringen.

Zischup: Wollten Sie schon immer Trainerin sein?
Becherer: Als ich meine Ringerkarriere beendet habe, wurde ich von meinem Verein Vfk Mühlenbach gefragt, ob ich Jugendtrainerin machen und meine Erfahrung an die Kinder weitergeben würde.
Zischup: Sind Sie stolz, Trainerin zu sein?
Becherer: Ja, weil man Kindern etwas beibringen, sie motivieren kann. Und man freut sich, wenn sie später erfolgreich sind.
Zischup: Gab es auch Momente, in denen Sie sich wünschten, keine Trainerin zu sein?
Becherer: Manchmal beim Training, wenn die Kinder nicht hören und Quatsch machen. Aber eigentlich nicht, der Spaßfaktor ist höher. Es sind ja Kinder, die wollen toben und spielen.

Zischup: Wie sind Sie zum Ringen gekommen?
Becherer: Zum Ringen bin ich durch meine zwei älteren Brüder gekommen, die waren auch Ringer.
Zischup: Was war Ihr größter Erfolg und hatten Sie besondere Highlights?
Becherer: Ich habe 20 internationale Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften errungen und nahm zweimal bei den Olympischen Spielen teil – 2004 in Athen und 2008 in Peking. Die Olympischen Spiele sind das Größte für jeden Sportler. Die Atmosphäre ist wahnsinnig. So viele Sportler aus allen Ländern der Welt und so viele Sportarten bei einer Veranstaltung.