Zischup-Interview

"Fremde Männer sollen mich nicht sehen"

Hiba Haitham, Klasse 8a, Astrid-Lindgren-Schule, Offenburg

Von Hiba Haitham, Klasse 8a, Astrid-Lindgren-Schule & Offenburg

Do, 28. November 2013 um 09:44 Uhr

Schülertexte

Zischup-Reporterin Hiba Haitham interviewte Haura. Die 16-Jährige wohnt seit einem Jahr in Deutschland. Sie kommt aus dem Irak und ist Muslima.

Zischup: Wie alt bist du? Aus welchem Land kommt deine Familie?
Haura: Ich bin 16 Jahre alt und komme aus dem Irak, aus Bagdad.

Zischup: Hast du Schwestern und tragen sie auch Kopftücher?
Haura: Ja, ich habe eine zehnjährige Schwester und sie trägt auch ein Kopftuch.

Zischup: Haben alle deine weiblichen Vorfahren Kopftücher getragen?
Haura: Ja, alle meine Vorfahren tragen Kopftücher.

Zischup: Wann hast du angefangen, ein Kopftuch zu tragen? Und warum?
Haura: Ich habe mit zehn Jahren angefangen ein Kopftuch zu tragen, weil der muslimische Glaube es meiner Meinung nach verlangt.

Zischup: Auf welche Schule gehst du jetzt?
Haura: Ich gehe in Gengenbach auf eine Werkrealschule.

Zischup: Was machst du im Sportunterricht? Gibt es da Einschränkungen?
Haura: Ich trage kein Kopftuch beim Sportunterricht, weil die Mädchen und die Jungs getrennt sind.

Zischup: Wer hat dich schon ohne Kopftuch gesehen?
Haura: Meine Familie, Geschwister und weibliche Verwandte haben mich ohne Kopftuch gesehen.

Zischup: Wurdest du gezwungen, ein Kopftuch zu tragen?
Haura: Nein, ich wurde nicht gezwungen.

Zischup: Findest du peinlich, es in Deutschland zu tragen?
Haura: Nein, es ist meine Religion.

Zischup: Möchtest du mal dein Kopftuch ausziehen?
Haura: Nein, ich möchte nicht, dass mich fremde Männer sehen.

Zischup: Möchtest du, dass deine Kinder auch ein Kopftuch tragen?
Haura: Ja, weil es im muslimischen Glauben so ist, will ich das auch.

Zischup: Seit wann bist du hier in Deutschland?
Haura: Ich bin seit einem Jahr in Deutschland.