Zisch-Schreibwettbewerb Frühjahr 2021 II

Schwein gehabt!

Di, 29. Juni 2021 um 16:26 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Line Staenke, Klasse 4b, Grundschule Rheinhausen

Es war an einem heißen Nachmittag in einer kleinen Stadt in Peru. Ich flitzte wie immer mit meinen Freunden in der Küche herum, als ein Mädchen hereinkam, um uns Essen zu bringen, das von den letzten Tagen übrig war. Ich bin übrigens Amigo, ein Meerschweinchen mit langem, braun-weißem Fell. Wir hatten alle Hunger, trotteten aber nur langsam hinüber, weil keiner von uns die alten Reste mochte. Nur Fipsi (von uns liebevoll Dickerchen genannt) stürzte sich auf das Essen. "Schmeckt doch gar nicht so schlecht!", sagte sie und kaute auf einer braunen Karotte herum. Wir sahen ihr dabei stirnrunzelnd zu .

Nach einigen Tagen kam ein großer Mann mit schwarzen Haaren herein, packte Fipsi im Genick und verschwand mit ihr. Sie war ziemlich erschrocken: "Hiilfeee!", schrie sie, bevor sie endgültig weg war. So vergingen die Tage, ohne dass Fipsi zurückkam. Wir anderen Meerschweinchen waren sehr traurig darüber. Nach ein paar Tagen kam derselbe Mann wieder. Meine Kumpels und ich sprangen ihm am Bein hoch. Wir waren wütend und wollten wissen, was er mit Fipsi gemacht hatte. Da packte er mich, trug mich aus der Küche und wollte mir ans Fell gehen. Ich schrie sehr laut: "Los, rennt schnell alle davon! Ich glaube, der Mann ist böse!" Ich zappelte so sehr, dass er mich losließ. Er folgte mir noch, aber ich war schneller und flüchtete aus dem Haus. "Das wird bestimmt eine Schlagzeile: Meerschweinchen entflieht dem Entführer", sagte Caramel, einer meiner Meerschweinchenfreunde, als es auf einem alten Brokkoli herumkaute.

Als ich eine Weile durch die Stadt gerannt war, kam ich an einen kleinen See. Gerade paddelte ein Mädchen in einem orangefarbenen Gummiboot heran. "Hallo, Süßer, wo kommst du den her?", fragte sie mich. "Ich bin Klara und wohne da drüben am anderen Ufer des Sees. Komm doch erstmal zu mir!" Klara paddelte auf die andere Seite. Ich saß auf Klaras Arm. Sie trug mich zu einem schönen, großen Haus mit riesigem Garten. Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf, als ich sah, wer da schon im Meerschweinchengehege hockte: Es war Fipsi, die seelenruhig im Gras saß. "Klara hat mich befreit. Der Mann, der mich mitgenommen hatte, ist der Koch eines Restaurants. Er serviert seinen Gästen gerne gegrillte Meerschweinchen!", erklärte Fipsi. Da war ich glücklich, dass uns nichts passiert war.

Später kam Klara und sagte freudig: "Amigo, Amigo, du darfst auch hierbleiben. Und bei uns landest du ganz bestimmt nicht im Kochtopf!" Ich freute mich riesig und war froh, nun endlich mein Zuhause gefunden zu haben.